Lauenburg

Verwaltung will raus aus dem Schloss

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Timo Jann

Stadtvertretersitzung: Politik gibt Startschuss zur Entwicklung des Lauenburger Stadtzentrums

Im Kleingedruckten der Einladung zur Stadtvertretersitzung verbirgt sich eine Überraschung: "Die Verwaltung soll prüfen, inwieweit in diesem Zusammenhang ein Umzug der Stadtverwaltung vom Amtsplatz in das Gebäude der Kreissparkasse an der Alten Wache und eine anderweitige Verwertung des Schlossensembles machbar und zweckmäßig sein kann", heißt es in der Beschlussvorlage. Im Klartext: Die Verwaltung überlegt, ihren repräsentativen Amtssitz mit Elbblick im Schloss aufzugeben.

Hintergrund dürfte die extreme Raumnot sein, die dort herrscht. Außer dem Hauptgebäude, in dem auch Bürgermeister Andreas Thiede im Obergeschoss mit Elbblick residiert, nutzt die Verwaltung weitere Gebäude im Bereich des Amtsplatzes. Zeitgemäß ist diese kleinteilige Struktur schon lange nicht mehr. In dem großzügigen Gebäude der Kreissparkasse an der Alten Wache stehen hingegen viele Räume leer. "Es gibt bisher nur erste Überlegungen, mehr kann man dazu noch nicht sagen", sagt Thiede.

Hauptsächlich werden sich die Politiker an diesem Abend mit den Zielen im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" befassen. Dabei geht es um einen Grundsatzbeschuss zu den zur Verfügung stehenden Fördermittel für "Aktive Orts- und Stadtteilzentren" in Höhe von 2,4 Millionen Euro von Bund und Land sowie einem Eigenanteil der Stadt. "Damit besteht die Möglichkeit, erste Projekte in die Umsetzungsphase zu bringen", so der Bürgermeister.

Angeschoben werden soll vor allem das Hotelprojekt im Fürstengarten. Wie berichtet ist dort ein Luxus-Hotel mit Wellnessbereich und öffentlich zugänglichem Gesundheitsbereich geplant. Das Vorhaben gilt als das Schlüsselprojekt für eine Entwicklung der Oberstadt und als einzigartig in der Region. Der Plan sieht vor, vier Häuser vor dem Parkplatz im Fürstengarten abzureißen, um das Hotel an die Innenstadt anzubinden. Der Projektentwickler Gert Prantner aus Hamburg plant den Bau des Hotels für etwa 20 Millionen Euro. 120 Zimmer sollen entstehen, rund 60 Arbeitsplätze geschaffen werden. "Dem Hotelprojekt im nördlichen Fürstengarten, das sicherlich einen entscheidenden Entwicklungsimpuls für die Innenstadt geben kann, können wir hier einen Anschub geben, wenn wir einem Einsatz von Fördergeldern für die Kosten der Bauleitplanung und des zeitlich damit einhergehenden Realisierungswettbewerbes vorsehen", erklärt Thiede. Damit würde die Stadt "das Heft des Handelns" in der Hand behalten, ohne dass man die erforderlichen Aspekte des Hotelinvestors aus den Augen verlieren würde.

Die Beschlussempfehlungen der Stadtverwaltung für die Grundsatzbeschlüsse der Stadtvertreter sind weitreichend. So soll die Verwaltung beauftragt werden, die "Vorbereitendn Untersuchung" nach dem Baugesetzbuch umgehend dem zuständigen Fachausschuss vorzulegen. Der Bau- und Planungsausschuss soll zeitnah die Beratung für einen Aufstellungsbeschluss zu einem Bebauungsplan für den Bereich des Alten Marktes aufnehmen. Ziel ist es auch hier, nötige Grundlagen für eine weitergehende Entwicklung des Areals zu schaffen. In dem Zusammenhang steht auch der mögliche Umzug der Stadtverwaltung in die freien Räume der Filiale der Kreissparkasse. "Mit der vorliegenden Beschlussempfehlung sollen eine Reihe von Grundsatzbeschlüssen herbeigeführt werden, bei denen ich davon ausgehe, dass unter Einbeziehung aller wichtigen Akteure die Revitalisierung der Innenstadt ein bedeutendes Stück vorankommt", sagt Thiede.

* Die Stadtvertreter treffen sich zur öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 28. August, 19 Uhr, in der Mensa der Albinus-Gemeinschaftsschule. Zu Beginn ist eine Einwohnerfragestunde vorgesehen.

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