Geesthacht

Erstes Nest entdeckt: Warnung vor Eichenprozessionsspinner

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Dirk Palapies
Geesthacht warnt wieder vor dem Eichenprozessionsspinner. Jetzt wurde das erste Nest der neuen Saison entdeckt.

Geesthacht warnt wieder vor dem Eichenprozessionsspinner. Jetzt wurde das erste Nest der neuen Saison entdeckt.

Foto: Stadt Geesthacht/Richter

Die Raupen lieben sonnig stehende Eichen. Menschen können auf ihre Haare heftig reagieren. Wo das erste Nest entdeckt wurde.

Geesthacht.  Mit dem warmen Wetter lässt sich auch ein nicht gern so gesehener Gast am Elbufer wieder blicken. Die Geesthachter Stadtverwaltung warnt erstmals in diesem Jahr vor dem Eichenprozessionsspinner. Seine Gespinstnester können allergische Reaktionen auslösen. „Erste Personen haben sich bei uns gemeldet und auf den Eichenprozessionsspinner in Tesperhude hingewiesen. Dort beobachten wir das Vorkommen seit mehreren Jahren und weisen auch mit fest installierten Schildern auf die mögliche Gefahr hin“, heißt es aus dem Fachdienst Umwelt. Erstmals wurden die Raupen im Stadtgebiet im Jahr 2011 entdeckt.

Der Eichenprozessionsspinner schwärmt von Ende Juli bis Anfang September. Der Nachtschmetterling bevorzugt freistehende besonnte größere Eichen, gerne auch Eichen, die von Straßenlaternen oder Flutlichtanlagen beleuchtet werden, um seine Eier an dünne ein- bis zweijährige Zweige im oberen Kronenbereich abzulegen. Diese Bäume kommen in Geesthacht häufig vor.

Die Raupen wandern in einer Prozession vom Fraß- zum Schlafplatz hin und her

Mit dem Eichenaustrieb Anfang Mai schlüpfen die Raupen, die sich mehrmals häuten werden. Ihren Namen haben die Tiere, weil sie in Prozessionen abends zu den Fraßplätzen in die Krone wandern. Morgens kehren sie zu den Sammelplätzen am Stamm zurück. Die Verpuppung erfolgt Ende Juni, Anfang Juli in dicht aneinander gedrängten Kokons, sogenannten Gespinnstnestern. Durch den Kontakt mit den Haaren der Raupen können beim Menschen gesundheitliche Beschwerden auftreten, die von den Ärzten in der Regel aber gut zu behandeln sind.

Nach einem Kontakt mit den Haaren gibt es sehr unterschiedliche Symptome. Direkter oder indirekter Kontakt verursacht mehr oder weniger schnell eine Reizung der Haut und der Schleimhäute. Im Einzelnen sind folgende Symptome zu beobachten: Meist örtlich begrenzte juckende, entzündliche Hautausschläge mit Rötungen, Quaddeln und Bläschen vor allem im Gesicht, am Hals und in den Ellenbogenbeugen, Entzündungen der Augenbindehaut, Reizungen im Rachenbereich mit Halsschmerzen und Husten, in seltenen Fällen auch mit asthmatischen Beschwerden.

Schulen und Kitas werden über Aussehen der Tiere informiert

Für die Bekämpfung der Tiere sind die Eigentümer der Flächen zuständig, auf denen der befallene Baum steht. Es wird die Beauftragung von professionellen Fachbetrieben empfohlen. Eine Meldepflicht besteht aber nicht. Mit Hilfe von Hinweisen aus der Bevölkerung beugt die Stadtverwaltung durch eine schnelle Bekämpfung, eine Sicherung durch Absperrung oder das Aufstellen von Hinweisschildern möglichen gesundheitlichen Gefahren vor.

Die betroffenen Bereiche werden regelmäßig beobachtet. Zudem wurden die Schulen und Kindertagesstätten darüber informiert, woran der Befall von Bäumen mit dem Eichenprozessionsspinner zu erkennen ist, wie man sich bei einem Befall verhält und zu welchen Symptomen es bei Berührungen des Tieres und seiner Gespinste kommen kann.

Verwechslungsgefahr mit harmloser Gespinstmotte

Wer an einer Schule, einem Kindergarten oder einer sonstigen Einrichtung in Geesthacht in Kontakt mit den Raupen gekommen sind, wird gebeten, die Beobachtungen umgehend bei der Verwaltung vor Ort zu machen. Wer die Raupen und Nester jedoch in Parks, an der Straße oder im Wald gesehen hat, möge sich an den Fachdienst Umwelt unter Telefon 04152/13 317 wenden.

In diesem Zusammenhang weist die Stadtverwaltung zusätzlich darauf hin, dass derzeit auch vermehrt Gespinstmotten im Stadtgebiet auftreten, die von vielen Menschen fälschlich für einen Eichenprozessionsspinner gehalten werden. Diese Raupen sind gelb-grau mit schwarzen Flecken und haben einen schwarzen Kopf. Sie sitzen in Massen in den sie schützenden Gespinsten und fressen die befallenen Bäume und Büsche teils komplett kahl. Besonders beliebt ist das Pfaffenhütchen. Die Gespinstmotten sind völlig ungefährlich – und auch für die befallenen Pflanzen. Sie erholen sich in der Regel und treiben neu aus.

Diese Motte ist übrigens nützlich als Beute für andere Lebewesen. Vögel, Fledermäuse Schlupfwespen, Raubwanzen und Spinnen gelten als natürliche Fressfeinde.

( pal )

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