Eichenprozessionsspinner

Giftige Raupen in Reinbek: So gefährlich sind die Insekten

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Dieses Gespinstnest des Eichenprozessionsspinners klebt in Kniehöhe an einer Eiche in der Großkoppel.

Dieses Gespinstnest des Eichenprozessionsspinners klebt in Kniehöhe an einer Eiche in der Großkoppel.

Foto: Max Scheel / Max Scheel/Landesforsten Schleswig-Holstein

Förster ruft zur Vorsicht auf und berichtet, wo bislang in der Stadt Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt wurden.

Reinbek. Jetzt ist er auch in Reinbek angekommen: Der Eichenprozessionsspinner mit seinen giftigen Brennhaaren hat seine Nester auch im Vorwerksbusch, im Krähenwald und in der Großkoppel gesponnen, wie Förster Maximilian Scheel berichtet. „Allerdings sind es nur vereinzelte Nester“, sagt der 32-Jährige. „Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen. Ich habe Warnschilder aufgestellt. Und es ist wichtig, Kinder zu sensibilisieren. Denn man sollte die Nester nicht berühren oder sich neben sie an den Baumstamm lehnen.“

Der Förster hat jeweils zwei Gespinstnester im Vorwerksbusch und in der Großkoppel entdeckt. Im Krähenwald sind der Stadt Reinbek vereinzelte Nester von Bürgern gemeldet worden. Scheel vergleicht die Gefahr, die von den Tieren ausgeht mit der von Wespen, vor denen man sich ebenfalls in Acht nehmen sollte, ohne gleich den Garten oder die Terrasse zu meiden. „Wir müssen lernen, mit diesen Raupen und ihren Faltern zu leben, die ursprünglich eher aus Südeuropa kommen“, erklärt er.

Giftige Härchen können schmerzhaften Hautausschlag hervorrufen

Man sollte die Nester keinesfalls berühren, weil die Brennhaare der Raupen, die noch Jahre später darin hängen können, heftige allergische Reaktionen auslösen können. Von schmerzhaftem Hautausschlag bis zu Atemnot können die Reaktionen reichen. Bei dem vereinzelten Befall sei es jedoch kein Problem, im Wald spazieren oder joggen zu gehen.

Die Raupen, die im Frühsommer in prozessionsartigen Formationen den Stamm Richtung Baumkrone ziehen, befallen vorwiegend Eichen. Sie suchen sich sonnige Stellen am Baum. So hängen die von Scheel gefundenen Nester auch am Wegesrand, einmal in Kniehöhe, ansonsten in etwa zehn Meter Höhe. „Diese Nester entdeckt man teilweise nur mit dem Fernglas“, sagt er. Er kann nicht ausschließen, dass im Innern des Waldes nicht noch weitere Eichen befallen sind. Aus seiner Sicht gibt es für die Landesforsten keinen Handlungsbedarf, weil die Bäume nicht bedroht sind. Keine Spur von Kahlfraß, die Tiere haben bisher wohl nur wenige Blätter abgefressen.

Die meisten gemeldeten Fälle sind Fehlalarme

Für den Gesundheitsschutz ist die Stadt Reinbek zuständig. Amtsleiter Uwe Vogt-Zembol sagt jedoch: „Wir haben in der Vergangenheit schon einmal ein Nest entfernen lassen, weil es neben einer Bushaltestelle und an einem Radweg hing. Bei diesem vereinzelten Befall im Wald sehen wir jetzt keinen Anlass, aktiv zu werden.“ Die meisten gemeldeten Fälle seien Fehlalarme und auf die Gespinstmotte zurückzuführen.

( st )

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