Verkehr

Beckedorfer Kreuzung soll sicherer werden

Die Anwohner (v. l.) Uwe Kolschewski, Ute Tietgen  und Gerhard Cruse an der Kreuzung vor dem Gewerbegebiet Beckedorf.

Die Anwohner (v. l.) Uwe Kolschewski, Ute Tietgen  und Gerhard Cruse an der Kreuzung vor dem Gewerbegebiet Beckedorf.

Foto: Lena Thiele

Anwohner klagen über zunehmenden Verkehr und rücksichtslose Autofahrer. Gemeinde Seevetal plant, eine Ampel zu errichten.

Beckedorf.  Für die Entwicklung der Wirtschaft in der Region Seevetal war es eine gute Nachricht: Der Gewerbepark Beckedorf wird in diesem Jahr deutlich erweitert. Einige Anwohner sehen dies dagegen mit Sorgen. Sie befürchten, dass der Verkehr rund um diese Stelle noch einmal deutlich zunehmen wird. Schon jetzt ist die Situation aus ihrer Sicht unhaltbar.

Morgens zwischen sieben und neun Uhr sei es am schlimmsten, sagt Ute Tietgen. Sie steht unter einer Brücke am Rande der Maldfeldstraße (K 80) und blickt auf die gegenüberliegende Zufahrt zum Gewerbegebiet. Über ihr rattern die Autos über die A7, vor ihr passieren Pkw, Linienbusse und Lastwagen der verschiedenen am Beckedorfer Bogen ansässigen Firmen die Kreuzung. Immer wieder biegen besonders schwere Laster in die Zufahrt ein, die die Sandgrube am Rande des Gewerbegebiets ansteuern. „Für Fußgänger und Radfahrer ist der Verkehr hier mittlerweile lebensgefährlich“, meint sie.

Immer wieder gibt es Unfälle mit Blechschäden, Autos fahren zu schnell

Ute Tietgen wohnt in der sogenannten Käfersiedlung, die bereits auf Hamburger Gebiet liegt. Sie beobachtet täglich die zahlreichen Menschen, die versuchen, die Maldfeldstraße zu überqueren. Die meisten arbeiten in den Firmen am Beckedorfer Bogen. „Viele steigen schon eine Station früher aus dem Bus, weil dieser oft lange an der Kreuzung aufgehalten wird. Stattdessen gehen sie zu Fuß rüber, um pünktlich zur Arbeit zu kommen.“ Wegen des starken Verkehrs sei dies aber sehr gefährlich, gerade im Winter bei Dunkelheit. Immer wieder gebe es Unfälle mit Blechschäden an der Straße, auch weil sich viele Autofahrer nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50 hielten.

Im vergangenen Jahr habe die Polizei hier drei Verkehrsunfälle aufgenommen, sagt Jan Krüger, Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Zwei Menschen wurden dabei leicht verletzt. In einem Fall übersah ein Autofahrer einen Radfahrer, zweimal wurde die Vorfahrt der auf der Maldfeldstraße in Richtung Süden fahrenden Verkehrsteilnehmer missachtet.

Gefährlicher Weg über die Maldfeldstraße zur Schwimmschule

Es gibt weder Beleuchtung, noch Zebrastreifen oder Ampel. Da am Wochenende auch viele Spaziergänger mit Hund diesen Übergang nutzen, um im nahe gelegenen Grünen spazieren zu gehen, ist das einfach nicht tragbar“, sagt Ute Tietgen, die selbst regelmäßig über die Straße geht, um die Schwimmschule im Gewerbegebiet zu erreichen. Sie hofft, dass hier bald eine Ampel aufgestellt wird.

Tatsächlich sollen eine Ampelanlage und eine zusätzliche Abbiegespur die Lage entspannen. Bei der Planung für die Erweiterung des Gewerbegebiets war die Verkehrssituation an Maldfeldstraße und Poststraße eine zentrale Frage. Ein Gutachter prognostizierte, dass in den kommenden Jahren mit einer Steigerung der Verkehrsmenge um etwa zehn Prozent zu rechnen sei. Das bedeute etwa 1260 zusätzliche Fahrten pro Tag, etwa ein Drittel durch Schwerverkehr.

Der Gutachter kam zu dem Schluss, dass die Leistungsfähigkeit dieses Verkehrsknotens bei einer Erweiterung des Gewerbegebiets nicht mehr gegeben sei. Bereits heute stoße die Kreuzung in Spitzenzeiten an ihre Kapazitätsgrenze.

Die Gemeinde muss sich mit der Stadt Hamburg abstimmen

Als Lösung kommen ein Kreisverkehr oder eine Ampelanlage infrage. Ziel der Gemeinde sei es, mittelfristig einen Kreisverkehr dort einzurichten, sagt Gemeindesprecher Andreas Schmidt. Dies wird allerdings noch einige Zeit dauern, da die Gemeinde sich für die Umsetzung nicht nur mit dem Landkreis Harburg abstimmen muss, sondern auch mit der Stadt Hamburg, die wegen einer Vereinbarung aus dem Jahr 1977 für die Kreisstraße zuständig ist. Diese Absprachen erfordern zusätzliche Zeit.

Als Übergangslösung soll daher zunächst eine Ampelanlage mit getrennter Abbiegespur den Verkehr an der Kreuzung von Maldfeldstraße und Poststraße regeln. „Wir wollen die Anlage so schnell wie möglich installieren“, sagt Bürgermeisterin Martina Oertzen. Die Ampel soll spätestens dann kommen, wenn das erweiterte Gewerbegebiet voraussichtlich im Laufes dieses Jahres in Betrieb geht. Der von dem Immobilienkonzern Goodman geplante Gewerbepark wird über eine neue Straße erschlossen, die vom Postweg abgeht.

Als Übergangslösung soll eine Ampel aufgestellt werden

Für die Nachbarn aus der Käfersiedlung wird die Ampel mehr Sicherheit an der Straße bringen. Sie sehen jedoch noch ein weiteres Verkehrsproblem, das sich mit dem Zuzug weiterer Firmen in dem Gebiet voraussichtlich verschärfen wird. Der Bus sei morgens immer so voll, dass Wartende teilweise nicht mehr einsteigen könnten.

Der Gewerbepark in Beckedorf soll zehn neue Firmen erhalten

Das Gewerbegebiet Beckedorf in der Gemeinde Seevetal wird in diesem Jahr um etwa die Hälfte seiner aktuellen Fläche erweitert. Die rund sechs Hektar große Erweiterungsfläche zwischen Postweg und Maldfeldstraße liegt westlich des 13.000 Hektar großen Gewerbegebiets am Beckedorfer Bogen. Der Immobilienkonzern Goodman hat das Areal gekauft und wird es bebauen.

Die zehn Einzelflächen, die eine Größe zwischen 1050 Quadratmeter und 5250 Quadratmeter haben, werden einzeln oder auch als größere Flächen vermietet. Zu den Firmen, die bisher Interesse gezeigt haben, zählen einem Goodman-Sprecher zufolge Zulieferer aus der Luftfahrt- und der Automobilindustrie sowie Firmen aus der Lebensmittelbranche. Insgesamt sollen 120 bis 180 Arbeitsplätze entstehen.

Die Lage sowohl nahe der Hamburger Stadtgrenze als auch nahe den Autobahnen 7 und 261 macht das Gebiet attraktiv. Das Gewerbegebiet entstand im Jahr 2005. Mittlerweile haben dort rund 30 Firmen mit zusammen mehr als 500 Mitarbeitern ihren Sitz.