Pferde in Celle

Sperma von Niedersachsens Hengsten weltweit begehrt

Schwarze Hengste bei der traditionellen Hengstparade im Landesgestüt Celle

Schwarze Hengste bei der traditionellen Hengstparade im Landesgestüt Celle

Warum die britische Queen Elisabeth II. ihre Stute in das Landesgestüt bringen ließ. Dort wartete paarungsbereit das Pferd Viscount.

Hannover. Das Sperma von Niedersachsens Hengsten ist sogar am britischen Hof begehrt. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, hatte Queen Elisabeth II. jüngst eine ihrer Stuten in das Landgestüt Celle geschickt. Dort stand ein männliches Pferd aus Niedersachsen für das königliche Tier bereit. "Die englische Königin hatte neulich ihre Stute hier“, plaudert Landstallmeister Axel Brockmann. „Sie hätte gerne ein leistungsstarkes, schwarzes Fohlen ohne Abzeichen, deshalb hat sie sich unseren Hengst Viscount ausgesucht.“

Tiefgefrorenes Sperma der edlen Hannoveraner und Oldenburger wird weltweit verschickt. Dabei konkurriert das Landgestüt Celle mit privaten Deckstationen wie der von Paul Schockemöhle in Mühlen im Landkreis Vechta. Mit edlen Warmblütern lassen sich lukrative Geschäfte machen. Der Gesamtumsatz von Pferdesport und -haltung in Deutschland liegt laut Reiterlicher Vereinigung – vorsichtig geschätzt – bei rund 5 bis 6,5 Milliarden Euro.

Landesgestüt Celle bereits 1735 gegründet

Auf 7,3 Millionen Euro beliefen sich im vergangenen Jahr die Gesamtausgaben für das 1735 von König Georg II. gegründete Gestüt Celle, davon 3,4 Millionen Euro für Personal. Der Zuschussbedarf des Landes lag bei rund 2,4 Millionen Euro. Im Jahr 2006 waren es nur 108 000 Euro. Deshalb mahnte der Landesrechnungshof schon 2014 an, das Gestüt müsse wirtschaftlicher werden. Seit drei Jahren sind die Kosten immerhin nicht weiter explodiert.

Zehn Landgestüte gibt es in Deutschland, Celle ist nach Marbach in Baden-Württemberg das zweitälteste.