Luxus

Neues Konzept für das Grand Hotel Heiligendamm

Perfekte Lage:
das Grand Hotel
Heiligendamm
direkt an
der Ostsee

Perfekte Lage: das Grand Hotel Heiligendamm direkt an der Ostsee

Foto: Grand Hotel Heiligendamm

Zwangloser Luxus mit Komfort, eigener Erlebniswelt und speziellem Wellness-Bereich. Familien sind eine wichtige Zielgruppe.

Heiligendamm.  Große internationale Aufmerksamkeit erlangte das Grand Hotel Heiligendamm, als sich hier 2007 die Staats- und Regierungschefs zum G8-Gipfel trafen. Fünf Jahre später sorgte das Luxushotel an der mecklenburgischen Ostseeküste wieder für Schlagzeilen. Im Februar 2012 musste der damalige Inhaber, Anno August Jagdfeld, Insolvenz für die Nobelherberge in Deutschlands ältestem Seebad anmelden. Es kamen zu wenige zahlungskräftige Gäste.

Doch das ist Vergangenheit. Thomas Peruzzo schaut in die Zukunft. Seit Anfang 2015 ist der 41-Jährige geschäftsführender Direktor des Fünf-Sterne-Superior-Hauses. Das Hotel mit seinen klassizistischen Bauten und dem imposanten Kurhaus im Mittelpunkt der weitläufigen Anlage wurde im Sommer 2013 von Unternehmer Paul Morzynski aus Hannover gekauft.

Der neue Eigentümer überlässt Peruzzo das operative Geschäft: „Das Grand Hotel hat sich ein Stück weit neu erfunden, und seitdem befinden wir uns im Aufwind“, sagt Peruzzo, der zuvor die Upstalsboom Hotelresidenz in Kühlungsborn leitete.

Der Direktor sitzt in der Nelson-Bar des Hauses. Sein Blick schweift über das Meer. Er lässt Zahlen sprechen: „Der Umsatz konnte von rund zwölf Millionen Euro 2013 auf rund 15 Millionen Euro 2015 gesteigert werden. 2013 lag die durchschnittliche Belegung noch bei 44 Prozent, in diesem Jahr peilen wir die 60-Prozent-Marke an.“

Die Durchschnittsrate beträgt 268 Euro pro Zimmer und Nacht. Das sind 78 Euro mehr als noch vor zwei Jahren: „Das ist der Spitzenwert an der Ostseeküste. Aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen, denn die Konkurrenz ist groß“, sagt Peruzzo.

Wer im Grand Hotel Heiligendamm zu Gast ist, spürt eine gewisse Leichtigkeit. Auf dem Rasen spielen Kinder Fußball, zum Frühstück erscheinen die Gäste im Polohemd anstatt im Sakko.

Auf dem Parkplatz stehen Golf und Bentley einträchtig nebeneinander. Das Personal ist aufmerksam und freundlich, aber nicht vornehmer als der Gast: „Steifer Luxus passt nicht mehr in unsere Zeit, wir haben uns für neue Zielgruppen geöffnet. Wir wollen nicht nur ein Haus für die oberen Zehntausend sein“, sagt Peruzzo.

Deshalb freut sich der zweifache Vater auch, dass „wir inzwischen viele Familien mit Kindern haben, die bei uns Urlaub machen, manchmal kommen auch drei Generationen zusammen“. In der eigenen Kindervilla werden die Kleinen Gäste bespaßt.

Aber natürlich setze man auch auf alle anderen Zielgruppen. Kurzum: „Bei uns ist jeder willkommen, der zwanglosen Luxus, das Ambiente und den Service eines Grand Hotels zu schätzen weiß, ohne auf modernste Technik verzichten zu müssen“, sagt Peruzzo.

Auch wenn dieses Jahr die Auslastung von 60 Prozent erreicht wird, es ist noch Luft nach oben: „Wir wollen mehr Firmenevents und Tagungen akquirieren“, sagt Peruzzo.

Die Mitarbeiter erhalten Löhne über dem Durchschnitt

Doch es kommt auch häufiger vor, dass in dem Grand Hotel rauschende Feste gefeiert werden. So soll hier zum Beispiel ein wohlhabender Hamburger Unternehmer vor geraumer Zeit zu einer Drei-Tages-Hochzeit mit viel Glamour eingeladen haben. Peruzzo lächelt, würde aber nie Namen nennen. Diskretion ist Ehrensache.

Das Alleinstellungsmerkmal des Hotels ist die Lage. Von dem großzügigen Areal gelangen die Gäste direkt an den Strand. Viele der 181 Zimmer und Suiten haben Meerblick. Eine Idylle. Andererseits gibt es in dem Badeort zwischen Warnemünde und Kühlungsborn keine Attraktionen: „Deshalb schaffen wir auf unserem Hotelgelände eine eigene Erlebniswelt für die Gäste.“ So gebe es während der Saison diverse Veranstaltungen, wie zum Beispiel die „White Night“ am Strand oder kulturelle Events. Thomas Peruzzo setzt zudem auf gastronomische Vielfalt: Es gibt das Kurhaus-Restaurant, eine Sushi-Bar und die Nelson-Bar, in der auch Burger und Steaks angeboten werden. Außerdem das Gourmet-Restaurant Friedrich Franz, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Das Ziel: „Unser Küchenteam unter Leitung von Ronny Siewert setzt alles daran, den zweiten Stern zu erkochen.“ Und Peruzzo hat noch weitere Pläne: „Wir wollen unser Angebot erweitern. Es wäre zum Beispiel eine Option, ein Restaurant mit authentischer italienischer Küche zu realisieren.“

In den vergangenen zwei Jahren hat der neue Besitzer rund fünf Millionen Euro in das Hotel investiert. Im nächsten Jahr steht ein weiteres Projekt an: Der Wellness-Bereich soll um rund 1000 Quadratmeter erweitert werden, inklusive Pool. Die Investitionen werden bei acht bis neun Millionen Euro liegen: „Wir können so dann auch individueller auf die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen eingehen. Zum Beispiel jeweils eigene Bereiche für Familien und Ruhe suchende Gäste schaffen“, so Peruzzo.

Eines haben die deutschen Urlaubsregionen gemeinsam. Mitarbeiter zu finden ist eine Herausforderung: „Wir bezahlen zum Beispiel überdurchschnittliche Löhne“, sagt Peruzzo. Außerdem soll in Kürze ein Grundstück in Heiligendamm erworben werden, auf dem „moderne Mitarbeiterwohnungen gebaut werden, inklusive freiem WLAN und Fitnessbereich“.

Denn Thomas Peruzzo, der 220 Angestellte beschäftigt, weiß: „Ein Grand Hotel muss einen erstklassigen Service bieten, und dafür braucht man motiviertes Personal.“