Kiel

Tourismus-Hoch im Norden hält an

An der Ostsee und in der Holsteinischen Schweiz sind Zuwächse besonders stark

Kiel. Schleswig-Holsteins Tourismusbranche hat das erste Halbjahr mit kräftigen Zuwächsen abgeschlossen. Von Januar bis Juni zählten die Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten knapp 3,12 Millionen Übernachtungsgäste und damit 4,9 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Wie das Statistikamt Nord am Freitag berichtete, stieg die Zahl der Übernachtungen um 4,8 Prozent auf fast 11,12 Millionen. Damit verbrachte jeder Gast im Durchschnitt 3,6 Nächte im nördlichsten Bundesland. Nur Bayern und Hamburg verzeichneten im ersten Halbjahr eine größere Dynamik. Schleswig-Holstein profitiert auch davon, dass viele Touristen wegen der unsicheren Lage in Ländern am Mittelmeer in Deutschland bleiben. Die Ostsee und die Holsteinische Schweiz verbuchten im ersten Halbjahr stärkere Zuwächse als die Nordsee. Dort blieb jeder Gast mit durchschnittlich 5,1 Nächten allerdings länger als im Rest des Landes.

Im Juni waren 789.000 Übernachtungsgäste ins Land gekommen und damit vier Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen erhöhte sich um 4,3 Prozent auf gut drei Millionen. Die Juni-Statistik erfasste 3664 Beherbergungsstätten mit insgesamt 173.000 Gästebetten und 262 Campingplätze.

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir mit unserer Tourismusstrategie auf dem richtigen Weg sind“, sagte Minister Reinhard Meyer (SPD). Mit mehr als sieben Millionen Gästen und etwa 27,1 Millionen Übernachtungen habe Schleswig-Holstein 2015 seinen Abstand zu Mecklenburg-Vorpommern nochmals deutlich verringert. „Wir dürfen uns auf den guten Zahlen aber nicht ausruhen und müssen auch künftig konsequent auf die Entwicklung der Qualität von Service und Angeboten setzen.“ Eine große Herausforderung sei dabei der Fachkräftemangel im Gastgewerbe. Auch bei der Digitalisierung sieht Meyer noch Potenzial.