Gemeindewahl Helgoland

Helgolands Bürgermeister tritt nicht wieder an

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Der amtierende Bürgermeister Frank Botter hat seine Bewerbung um eine dritte Amtszeit für die Wahl am 5. September zurückgezogen.

Helgoland. Helgolands Bürgermeister Frank Botter (SPD) zieht sich zurück. Das habe er am Montagabend der Gemeindevertretung mitgeteilt, bestätigte Botter am Dienstag. Er begründete seine Entscheidung, im September nach zwölf Jahren Amtszeit nicht erneut zu kandidieren, vor allem mit gesundheitlichen Problemen. Der Sender NDR1 Welle Nord berichtete außerdem von „Spannungen in der Verwaltungsführung“ als Grund für den Rückzug. Deutschlands einzige Hochseeinsel gehört zum Kreis Pinneberg und hat nur noch knapp 1400 Einwohner. Nach dem Wiederaufbau war die Gemeinde etwa doppelt so stark.

Der Helgoländer Unternehmer Detlev Rickmers schlug vor, über eine Änderung des Helgoland-Gesetzes und den Verzicht auf einen hauptamtlichen Bürgermeister nachzudenken. Botters Stellvertreterin Ruth Hammer (SPD) sagte, sie könne sich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen. Die SPD-Fraktion habe noch nicht beraten, ob sie einen anderen Kandidaten für die Wahl am 5. September unterstützen wird. „Wir werden uns nach Ostern zusammensetzen.“

Rickmers begründete seinen Vorschlag auch mit Kostenaspekten. Im Verhältnis zur Gemeindegröße sei die Verwaltung sehr groß, obwohl viele frühere Aufgaben wie die Betreuung eines Kraftwerks nicht mehr zu erledigen seien. Künftig könnte ein ehrenamtlicher Bürgermeister die Geschäfte der Inselgemeinde führen.

Das Helgolandgesetz von 1952 hatte den Wiederaufbau der im Krieg völlig zerstörten Insel ermöglicht. Darin wird der Gemeinde unter anderem garantiert, dass der Haushalt vom Land ausgeglichen wird.

Frank Botter hatte das Amt des Bürgermeisters bei der Wahl 1998 übernommen, 2004 trat er seine zweite sechsjährige Amtszeit an. Zuletzt wurde über einen Rückzug Botters spekuliert, nachdem dieser eine Niederlage im Machtkampf mit seinem ehemaligen Büroleitenden Beamten Gerhard-Josef Stiegler einstecken musste. Das Verwaltungsgericht Schleswig hatte beschieden, dass Stiegler vorerst wieder im Rathaus der Hochseeinsel arbeiten dürfe. Im Januar 2009 hatte Botter Stiegler aufgrund angeblicher Verfehlungen im Dienst freigestellt und im Anschluss diverse Aufgaben des Büroleiters an andere Verwaltungsmitarbeiter delegiert.