Mietrecht

Gericht: Fledermausköttel kein Grund für Mietminderung

Laut dem Amtsgericht Starnberg ist die Begegnung mit landesüblichen Tierarten - und damit auch mit ihren Exkrementen - in einer ländlichen Wohnlage hinzunehmen.

Laut dem Amtsgericht Starnberg ist die Begegnung mit landesüblichen Tierarten - und damit auch mit ihren Exkrementen - in einer ländlichen Wohnlage hinzunehmen.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Auch wenn sie mitunter Dreck hinterlassen, ein Grund für eine Mietminderung sind Fledermäuse nicht. So entschied das Amtsgericht Starnberg. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Starnberg/Andechs. Fledermäuse sind für manchen faszinierende Tiere, sie stehen unter Schutz - aber als Mitbewohner können sie lästig sein. Bis zu 50 Fledermausköttel täglich will eine Familie im bayerischen Andechs auf der Terrasse ihrer Mietwohnung gezählt haben.

Per Zivilklage vor dem Amtsgericht Starnberg verlangte sie bauliche Maßnahmen zur Verschließung des Fledermausquartiers und zudem Mietminderung. Die Richter wiesen die Klage am 10. Februar ab, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Die Begegnung mit landesüblichen Tierarten - und damit auch mit ihren Exkrementen - sei in einer ländlichen Wohnlage hinzunehmen. Eine messbare Minderung der Wohnqualität könne nur eintreten, wenn in Folge von baulichen Gegebenheiten die störenden Tiere erheblich vermehrt aufträten ober im Bereich des Mietobjekts gezüchtet würden. Dies sei aber hier nicht der Fall. Zeugenvernehmungen hätten die Beeinträchtigung von täglich bis zu 50 Fledermausköttel nicht bestätigt.

Fledermäuse stehen unter Artenschutz

Eine Fledermausexpertin kam zu dem Ergebnis, dass über der Terrasse keine Wochenstube mit einer großen Fledermauspopulation wohnte, da sie nur einzelne Exemplare sichtete. Das Quartier zu verschließen sei nicht ohne weiteres zulässig, da Fledermäuse unter Artenschutz stehen. Auch mit Blick auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung für die beiden minderjährigen Kinder kam das Gericht zu keiner Entscheidung zugunsten der Kläger. Hier sei keine konkrete Gefahr benannt worden, die aus dem Kontakt mit den Exkrementen resultieren sollte.

Das letzte Wort ist in dem Streit aber noch nicht gesprochen - das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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( © dpa-infocom, dpa:230220-99-669631/3 (dpa) )