Vorsorge

Bauen ohne Barrieren sichert lange Freude an der Immobilie

Ein Bungalow oder eine ebenerdige Wohnung sind ideal, um den Alltag ohne Schwellen zu erleben.

Foto: Dirk Baumbach / Foto: BDF/Nordhaus

Ein Bungalow oder eine ebenerdige Wohnung sind ideal, um den Alltag ohne Schwellen zu erleben.

Vorausschauende Bauplanung sollte ein zentrales Thema für junge Familien sein – besonders mit Blick auf das Alter und Barrierefreiheit.

Berlin.  Bis ins hohe Alter im eigenen Haus wohnen – das wünschen sich viele Menschen. Doch der Lebensabend kann beschwerlich sein, wenn das Eigenheim nicht mehr zu den Bedürfnissen der Bewohner passt.

„Mit etwas Weitsicht und guter Planung können Bauherren ihre Immobilie von vornherein barrierefrei errichten und sich so auf eventuelle Beeinträchtigungen vorbereiten“, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin.

„Das ist oft möglich, ohne die Baukosten nennenswert zu erhöhen. Auch Komfort und Ausstrahlung der Wohnung müssen nicht darunter leiden.“

Stufen am Hauseingang: Müssen sie später zur rollstuhlgerechten Schräge umgebaut werden, kann es zu Platzproblemen kommen. Ein Gefälle von sechs Prozent beim Ersatz einer 16 Zentimeter hohen Eingangsstufe hätte eine Rampenlänge von rund 2,67 Metern zur Folge. Viele Häuser haben aber zwei oder drei Stufen. Erhard Hackler von der Deutschen Seniorenliga rät, grundsätzlich von vornherein Schrägen statt Stufen einzuplanen. „Und, wo es geht, möglichst ebenerdig bauen.“

Zu wenige Steckdosen: Wer heute ein Haus baut oder modernisiert, sollte auch die künftige Entwicklung bedenken – und an jedem Wandabschnitt mindestens eine Doppelsteckdose anbringen lassen. „So müssen später keine losen Verlängerungskabel verlegt werden, die eine Stolpergefahr darstellen“, sagt Michael Conradi von der HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung in Berlin.

In Zukunft werden eher mehr als weniger Elektroanschlüsse benötigt. Der Bedarf sei durch die Vernetzung von Computern und Hausgeräten viel höher als früher, so der Experte. Um für zukünftige Anwendungen gerüstet zu sein, empfiehlt er, auch genügend Leerrohre zu verlegen. Darin können dann elek­trische Leitungen nachträglich verlegt werden, ohne die Wände aufstemmen zu müssen.

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Küchenschränke: Eine Küche tauscht man nicht so oft aus. Wer sich dem Alter nähert, sollte idealerweise auf höhenverstellbare Schränke, Arbeitsflächen, an denen man im Sitzen arbeiten kann, und ein absenkbares Kochfeld denken – wenn es das Budget zulässt.

Enge Türen: „Das Idealmaß sind 90 Zentimeter, aber auch mit schmaleren Türen kann man mit geeigneten Rollstühlen zurechtkommen“, erklärt Reinhold-Postina. Umsichtige Bauherren planen für Türen im Haus eine Fläche von 1,50 mal 1,50 Metern ein. So viel Platz brauchen Rollstuhlfahrer zum Rangieren. Wichtig: Die Türen müssen sich zum größeren Raum hin öffnen. „Wo der Platz knapp ist, kann eine Schiebetür helfen“, meint Hackler.

Steile Treppen: Sie sind schon für jüngere Leute nicht einfach zu bewältigen, vor allem, wenn sie etwas hinauf- oder heruntertragen müssen. Im Alter ist das noch beschwerlicher, und es besteht Sturzgefahr. „Statt einer schicken Wendeltreppe ist es ratsam, eine einfache und ausreichend breite Treppenform zu wählen und sie blendfrei auszuleuchten. Ein griffiger Handlauf an beiden Seiten gibt zusätzliche Sicherheit“, rät Reinhold-Postina.

Dusche mit hohem Einstieg: Beim Neubau oder dem Umbau eines Bades sollte man schon früh an eine bodengleiche Dusche denken. Denn Bewohnern, die unsicher auf den Beinen oder stärker beeinträchtigt sind, fällt es schwer, übliche Duschen mit hohem Einstieg zu benutzen. „Auch dabei muss der größere Platzbedarf berücksichtigt werden.

Für Rollstuhlfahrer 1,50 mal 1,50 Meter, mindestens jedoch 1,20 mal 1,20 Meter“, sagt Reinhold-Postina. Gut ist auch, an die Böden im Bad zu denken: Sie sollten nicht rutschig sein. In Nass- und Außenbereichen eignen sich laut Hackler die Rutschfestigkeitsklassen R10 bis R12. Gleiches gilt für die Küche.

Beleuchtung: Sie sollte zur Orientierung beziehungsweise Minderung der Sturzgefahr dienen. Die Deutsche Seniorenliga rät deshalb, für gut erreichbare Lichtquellen beispielsweise am Bett und an Türen zu sorgen sowie Lampen mit Bewegungsmeldern zu installieren, so dass man nachts sieht, wo man entlangläuft. Sie sind laut Initiative licht.de ohnehin praktisch.

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