Wöchentlich 300.000 Tests

Coronakrise: Labore in Deutschland arbeiten rund um die Uhr

Denise Nestler, Medizinisch-technische Assistentin im Diagnosticum-Labor in Plauen, sortiert Röhrchen mit Rachenabstrichen, die auf den Coronavirus untersucht werden.

Denise Nestler, Medizinisch-technische Assistentin im Diagnosticum-Labor in Plauen, sortiert Röhrchen mit Rachenabstrichen, die auf den Coronavirus untersucht werden.

Foto: dpa

Um mit der Ausbreitung des Coronavirus Schritt zu halten, wird in Laboren rund um die Uhr gearbeitet, Kapazitäten werden aufgestockt. Doch Engpässe bei Materialien sind ein Problem.

Berlin. Während der Corona-Epidemie arbeiten zumindest einige Labore in Deutschland rund um die Uhr, damit so viele Menschen wie möglich auf das Virus getestet werden können.

An sieben Tagen der Woche werden 24 Stunden am Tag Proben auf Sars-CoV-2 hin überprüft, wie es etwa aus Laboren in Köln und im sächsischen Plauen heißt.

Nach Angaben der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) werden bundesweit in 97 Laboren die entsprechenden Tests durchgeführt. Einer deutschlandweiten Laborabfrage des Robert-Koch-Instituts zufolge testeten Mitte März sogar mehr als 150 Labore in der Bundesrepublik Abstriche auf Sars-CoV-2. Rund 300.000 Corona-Tests werden ALM zufolge in den Laboren wöchentlich durchgeführt. Dem RKI zufolge waren es in der vergangenen Woche rund 350.000 Tests.

Rund 9100 davon werden wöchentlich in Plauen durchgeführt. "Wir haben unser Test-Personal in Plauen auf 20 vervierfacht, wir arbeiten jetzt im Drei-Schichtsystem, 24 Stunden, sieben Tage", sagt Christian Scholz, Geschäftsführender Gesellschafter vom Labor Praxis Diagnosticum in Plauen. Das Platzangebot sei vergrößert und die Zahl der Geräte aufgestockt worden.

Im Kölner Labor Dr. Wisplinghoff werden täglich 5000 Corona-Tests durchgeführt, nach Unternehmensangaben so viele wie in keinem anderen Labor in Deutschland. Auch hier wurden die Kapazitäten aufgestockt. Gut 100 Mitarbeiter sind momentan nur mit den Covid-19-Tests beschäftigt.

Ein Engpass an Arbeitsmaterialien bereitet den Laboren jedoch Schwierigkeiten. "Die Materialbeschaffung ist ein großes Problem", sagte Thomas Postina, Sprecher des Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL). Unter anderem würden die benötigten Chemikalien für die Tests sowie die Entnahmesets langsam knapp.

"Die Wirtschaft kommt mit der Produktion von Reagenzien nicht nach. Wir haben fünf Zulieferer und bekommen mehrfach wöchentlich Nachschub. Aber auch damit kommen wir nicht immer hin", sagt Scholz. "Die Verbrauchsmaterialien wie Tupfer und Plastikplättchen sind knapp und teuer geworden", heißt es auch aus dem Kölner Labor.

Wegen des Engpasses sei es richtig, die Tests anhand der Kriterien des Robert-Koch-Instituts nach medizinischen Notwendigkeiten zu priorisieren, sagte Postina. "Vorhandene Testkapazitäten gilt es für medizinisches Personal, Sicherheitsorgane und weitere besonders gefährdete Personen, wie Hochrisikogruppen unter den Patienten und Patientinnen, zu sichern", empfiehlt BDL.

Eiligere Verdachtsfälle - etwa Krankenhauspersonal, Feuerwehrleute oder Intensiv-Patienten - werden daher vorgezogen, sagt der ärztliche Leiter des Kölner Labors, Fabian Wisplinghoff. Auch in Plauen geht es nach Dringlichkeit. In der Regel können die Testergebnisse in beiden Laboren nach 24 Stunden vorliegen.