Deutschland will BSE-Kontrollen bei Rindern beibehalten

Hamburg. Rinder müssen in 25 EU-Mitgliedstaaten, darunter auch in Deutschland, ab sofort nicht mehr systematisch auf die Rinderkrankheit BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) getestet werden. Die Tests können nur noch stichprobenartig stattfinden, legte die EU Anfang des Jahres fest. Ab März 2013 kann sogar vollständig auf die Tests bei gesund geschlachteten Rindern verzichtet werden. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hält an den Kontrollen in Deutschland jedoch fest, um "den vorsorgenden Verbraucherschutz zu gewährleisten". Nur das Testalter der Rinder solle von 72 auf 96 Monate angehoben werden.

Erstmals kam BSE 1986 in Großbritannien vor; der größte Ausbruch war im Jahr 1992 mit weltweit 37.000 erkrankten Rindern. In Deutschland wurde BSE erstmals Ende 2000 bestätigt, im folgenden Jahr an 125 Rindern. Diese Zahl nahm in den darauffolgenden Jahren kontinuierlich ab. Zuletzt sind im Jahr 2009 zwei Rinder erkrankt, davon eines in Hamburg. Danach gab es in Deutschland keinen weiteren Fall.

BSE ist eine Krankheit des Rindes, bei der das Gehirn schwammartig verändert wird, was das Tier nicht überlebt. Auch andere Körperteile, jedoch nicht das Muskelfleisch, sind von der Krankheit betroffen: die Wirbelsäule, das Rückenmark, die Mandeln und der Darm. Diese sogenannten Risikomaterialien werden bei der Schlachtung vernichtet, da durch den Verzehr die Krankheit auf den Menschen übertragen werden kann. Dieser kann sich dadurch mit einer Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit infizieren, die tödlich verläuft.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz warnt vor einer Abschaffung der BSE-Tests. "In vielen EU-Ländern gibt es noch BSE-Fälle und das Fleisch wird auch bei uns verkauft. Somit stellt die Krankheit immer noch eine Gefahr für den Verbraucher dar", sagt Agrarexpertin Reinhild Benning.

Der Bauernverband Hamburg hält hingegen die neue Regelung der EU für sinnvoll. "Da in den letzten Jahren keine auffälligen Tiere vorgekommen sind, sind die Reihenuntersuchungen nicht mehr nötig und es kann viel Geld gespart werden", sagt Präsident Heinz Behrmann. Die auffälligen Tiere würden weiterhin getestet.