Weltraumteleskope

Technische Raffinessen schärfen den Blick ins All

Norwegischer Kavli-Preis zeichnet drei Astrophysiker aus

Oslo. Bilder von fernen Galaxien werden immer brillanter - dank leistungsfähiger Weltraumteleskope. Drei Astrophysiker entwickelten spezielle Konzepte, die die riesigen Instrumente deutlich verbesserten und werden dafür heute in Oslo mit dem Kavli-Preis geehrt. Einer der Preisträger ist der gebürtige Brite Dr. Raymond N. Wilson, ehemals führender Wissenschaftler an der Europäischen Südsternwarte (Eso) mit ihrem Hauptquartier in Garching bei München. Sie betreibt in der chilenischen Atacamawüste eines der weltweit leistungsstärksten Teleskope, das VLT ( Very Large Telescope ).

Wilson teilt sich den mit einer Million US-Dollar (777 000 Euro) dotierten Preis des norwegischen Physikers und Unternehmers Fred Kavli mit seinen US-Kollegen Prof. Jerry E. Nelson und Prof. James Roger Prior Angel. Alle drei Astrophysiker haben unabhängig Strategien entworfen, die Ende des 20. Jahrhunderts aus einer technischen Sackgasse herausführten: Die Größe von Teleskopen und damit ihre Fähigkeit, Licht einzufangen und entfernteste Objekte zu erspähen, war über Jahrzehnte technisch auf einen Durchmesser von knapp sechs Metern begrenzt.

Wilson entwickelte die sogenannte aktive Optik. Sie erlaubt es, die Spiegelkonstruktion dünner zu bauen. Die Spiegel müssen weniger steif sein, weil die Verzerrungen, die bei ihren Bewegungen entstehen, computergesteuert sofort ausgeglichen werden. Das europäische VLT in der Atacamawüste arbeitet mit dieser Technik, liefert seit der Inbetriebnahme 1998 brillante Bilder.

Fünf weitere Forscher erhielten den Kavli-Preis. Zwei kommen aus den Nanowissenschaften, drei sind Neurowissenschaftler, alle fünf arbeiten in den USA. Auch in diesen beiden Disziplinen war jeweils ein Preisgeld von einer Million Dollar ausgesetzt.

+++ Zur Live-Übertragung der Preisverleihung am 7. September 2010 (Beginn: 13.10 Uhr) +++