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Hamburgs Negativ-Rekord

Bei psychischen Erkrankungen liegen die Hamburger im bundesweiten Vergleich vorn. Eine Studie der Krankenkasse Barmer GEK unter ihren Versicherten ergab, dass der Anteil psychischer Krankheiten am Krankenstand 2009 mit 27,1 Prozent so hoch war wie in keiner anderen Region. Der Bundesdurchschnitt lag bei 17,6 Prozent. Auch die Krankheitsdauer übersteigt mit 48,3 Tagen den deutschen Mittelwert von 40,5 Tage erheblich.

Der neue Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, der am Freitag veröffentlicht wurde, weist aus, dass die Zahl der Fehltage durch psychische Krankheiten in den vergangenen zwölf Jahren bundesweit um 80 Prozent gestiegen ist. Seelische Störungen liegen mittlerweile an vierter Stelle bei den Ursachen für Ausfälle am Arbeitsplatz - hinter Muskulatur- und Skelett-Erkrankungen, Atemwegsleiden und Verletzungen.

Auch Frühverrentungen und Berufsunfähigkeit sind zunehmend durch seelische Leiden begründet. Der Anteil von psychischen Erkrankungen an den Frühverrentungen hat sich seit 1985 verdreifacht.