Archäologie

Vor 4000 Jahren: Der Ur-Grönländer war kein Eskimo

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Erbgut entschlüsselt: Der Mann gehörte dem Volk der Saqqaq an, der frühesten Kultur auf Grönland.Sie sind keine direkten Vorfahren der Inuit.

Er lebte vor 4000 Jahren auf Grönland, hatte braune Augen und dunkles, dichtes Haar. Seine Haut war dunkler als die der meisten Europäer. Er hatte die Blutgruppe A positiv. Dem Mann aus grauer Vorzeit drohte eine Glatze, dafür war er aber gut an ein Leben in der Kälte angepasst. Dänische Forscher haben jetzt das Erbgut eines 4000 Jahre alten Menschen entschlüsselt, berichten sie im Fachmagazin "Nature" - nur aus einem Büschel Haare.

Der Mann gehörte dem Volk der Saqqaq an, der frühesten Kultur auf Grönland. Die DNA-Analyse deutet darauf hin, dass die Vorfahren dieses Volkes vor rund 5500 Jahren aus Sibirien einwanderten. Warum und wie sie nach Grönland kamen, ist unbekannt. Die Genanalyse zeigt aber, dass die Saqqaq keine direkten Vorfahren der heutigen Inuit (Eskimos) oder Indianer sind. Die Forscher gaben dem Mann den Namen "Inuk", das grönländische Wort für Mensch, Mann. Seine Leiche wurde 1986 nördlich des Polarkreises entdeckt. Das untersuchte Erbmaterial stammt vom Haar. Die Jahrtausende im Eis hatten es besser erhalten als Proben aus wärmeren Gegenden.