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Das Außergewöhnliche der Forschung in Hamburg: die Gegenwartssprache

In Hamburg steht die Wiege der deutschen Sinologie: 1909 wurde an dem kurz zuvor eröffneten "Kolonialinstitut der Freien und Hansestadt Hamburg" der erste Lehrstuhl für "Sprachen und Geschichte Ostasiens" eingerichtet. Bis heute zählt das Institut zu den größten in Deutschland. Den ersten Lehrstuhl übernahm Otto Franke (1863-1946). Er hatte im Dienst des Kaiserreiches als Dolmetscher in Peking und Shanghai gearbeitet. Sein Credo lautete, man könne die chinesische Gegenwart nur vor dem Hintergrund der Geschichte verstehen. "Deshalb wurde in Hamburg, und das ist etwas Besonderes, neben dem klassischen Chinesisch immer die Gegenwartssprache unterrichtet", sagte Prof. Michael Friedrich. Hamburger schrieben Standardwerke wie das fünfbändige Werk von Otto Franke zur Geschichte des chinesischen Reiches, Alfred Forke zur Geschichte der chinesischen Philosophie und die Arbeiten von Wolfgang Franke zur neueren und neuesten Geschichte. Heute ist die Sinologie Abteilung des Afrika-Asien-Instituts im Ostflügel des Uni-Hauptgebäudes mit zwei Professoren, einer Juniorprofessorin, zwei Lektoren, mehreren Lehrkräften.