Und wer ist der Klügste?

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Claudia Sewig

Der IQ-Test unter Hamburgs Studenten. Es gewann eine Frau.

1033 Hamburger Studenten wollten es am Sonnabend wissen. Wollten das, was sie ahnten, hofften, als Zahl schwarz auf weiß mit nach Hause nehmen. Ihre Intelligenz sichtbar machen, sozusagen. Sie beteiligten sich am großen "Unicus-IQ"-Test von der Haspa und dem Abendblatt. Das CCH, kurz nach 17 Uhr. Noch zwei Stunden bis zum ersten Test dieser Art in Hamburg, der für alle Teilnehmer mit rechtzeitiger Anmeldung kostenlos war und dabei die Aussicht auf Geldpreise in Form von Investmentfonds und ein "smart & passion City-Coupe" versprach. Bereits jetzt bildet sich eine Schlange von Kurzentschlossenen: 150 konnten sich nachmelden. Auf dem Weg in den Saal 2 bekommen die Teilnehmer einen Kasten mit bunten Tasten, kaum größer als eine Fernbedienung aus den 80er-Jahren: das Digivote-Gerät. Wie aus dem TV bekannt, wird mit dem Gerät abgestimmt. Alle 81 Fragen werden auf einer Leinwand eingeblendet, sind per Multiple-Choice-Verfahren zu beantworten. TV-Moderator Jörg Pilawa (36), lässig im Breitcordanzug, führt durch den Abend. Lockert mit der eigenen Studienlaufbahn auf ("Medizin abgebrochen, dann Geschichte, Politik und Soziologie - so kommt man zum Fernsehen"). Und gibt zu, selbst einen solchen Test nicht machen zu wollen - "Bei vielen Fragen habe ich keinen Schimmer." Für die Studenten im Saal gibt es kein Zurück. Die Stühle sind weicher als in den Hörsälen, die Aufmerksamkeit höher, die Stimmung besser. In den fünf Kategorien Sprache, Merkfähigkeit, Logik, Rechnen und Raumverständnis wird ihre Intelligenz abgefragt. Häufig muss Dr. Wolfgang Reichel (50), wissenschaftlicher Berater des IQ-Testes, nach den Fragen Erklärungen liefern. Frauen seien im Bereich Sprache besser, sagt er. Warum? ,"Sie reden mehr." Gelächter im Saal. Unipräsident Jürgen Lüthje, TU Harburg-Präsident Christian Nedeß, Haspa-Vorstandsmitglied Harald Vogelsang und Deka-Vorstandsmitglied Peter Mathis verfolgen aus der ersten Reihe das Geschehen. Aktiv - auch als in der zweiten Pause ein Fitnesstrainer zum Hüftenkreisen animiert. Die Spannung steigt, als nach der Auswertung 15 Studenten auf die Bühne gebeten werden, deren IQ über 130 liegt. Sie repräsentieren zwei Prozent der als hochintelligent geltenden Bevölkerung (der Durschnitt liegt bei 100). Doch es kann nur eine(r) siegen: Marketa Straub (28), BWL-Studentin aus Nienstedten, steht gegen 23 Uhr mit einem IQ von 138 als Hamburgs klügste Studentin fest. "Glaub ich nicht!" ist die erste Reaktion ihres Mannes Rüdiger (40), den sie noch von der Bühne per Handy anruft. "Beim Sprachteil hatte ich das Gefühl, total versagt zu haben", sagt die junge Mutter zweier Kinder (7 und 4), die kurz vor Beendigung ihrer Diplomarbeit steht. Der Smart gehört ihr - und ein Jobangebot von der Haspa gibts dazu. Die wahre Gewinnerin des Abends heißt jedoch Renate Schneider. Die Organisatorin der Abendblatt-Aktion "Kinder helfen Kindern" bekommt einen Scheck über 11 142 Euro überreicht - pro Teilnehmer und IQ-Punkt über 100 einen Euro. "Aufstocken, aufstocken" fordern die Studenten. Und Haspa-Vorstand Vogelsang zieht mit: 15 000 Euro fließen nun in wohltätige Projekte. Ein gelungener Abend - Wiederholung nicht ausgeschlossen.

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