Studie

Sex-Roboter könnten das Sexualleben revolutionieren

Die Autoren einer Studie haben sich mit möglichen Entwicklungen von Sex-Bots in den nächsten fünf bis zehn Jahren beschäftigt.

Die Autoren einer Studie haben sich mit möglichen Entwicklungen von Sex-Bots in den nächsten fünf bis zehn Jahren beschäftigt.

Foto: Albert Gea / REUTERS

In den nächsten Jahren werden Sex-Bots immer ausgereifter werden. Neben positiven Effekten sieht eine Studie auch zahlreiche Risiken.

Berlin.  Leuten, die es schwer haben, intime Beziehungen aufzubauen, können Sex-Roboter eine wichtige Hilfe sein, schreiben die Autoren einer am Mittwoch veröffentlichten Studie zur „Sexuellen Zukunft mit Robotern“. Die erotischen Bots könnten aber auch dazu führen, dass Sexualpartner stärker zu Objekten degradiert würden und falsche Vorstellungen über eine Einwilligung zu intimen Kontakten entstünden, heißt es in der Untersuchung der Foundation for Responsible Robotics (FRR). Die Autoren verweisen in ihrem Papier auch auf die Gefahr, dass Sex-Roboter zur Erfüllung sexueller Wünsche genutzt werden können, die illegal seien.

Preise ab 5.000 Euro

Derzeit werden Sex-Roboter laut dem „Guardian“ von vier Herstellern produziert und kosten zwischen 5.000 und 15.000 Dollar. Sie werden etwa in den USA für Partys vermietet.

Leuten, die körperliche Handicaps aufweisen oder traumatisiert seien, könnten die Roboter beim sexuellen Heilungsprozess helfen, sagte Aimee van Wynsberge, Professorin für Moral und Technologie an der Universität Delfs und Co-Leiterin der FRR dem „Guardian“. Sie könnten aber auch zur Personifikation von Kindern oder Frauen als Sex-Objekte missbraucht werden, warnt die Wissenschaftlerin. Eine mögliche Regulierung der Technik müsse diese Aspekte berücksichtigen.

Kein Menschenersatz

Die Akzeptanz der Sex-Bots werde letztlich davon abhängen, wie realistisch sie seien, sagte Noel Sharkey, Co-Autor der Studie der Zeitung. Sex-Roboter würden zwar Menschen bereits sehr ähnlich sehen, ihre Bewegungen und ihr sprachlicher Ausdruck seien aber noch immer sehr „primitiv“.

In der Studie werden auch Befürchtungen angesprochen, dass Kinder-Sex-Roboter gebaut oder Sex-Roboter zum Ausleben von Vergewaltigungsfantasien herangezogen werden könnten. Dies würde keinesfalls dazu beitragen, solche Fantasien zu überwinden, warnte Patrick Lin von der California Polytechnic State University gegenüber dem „Guardian“, vielmehr würde es dazu führen, solche Fantasien zu fördern.

Mit Robotern interagieren ist unkomplizierter

Sex-Roboter seien ein interessantes Studienobjekt, um unser Verhältnis zu Robotern im Allgemeinen zu erforschen, sagte FRR-Leiterin Wynsberge der Zeitung. Denkbar sei auch, dass zwischenmenschliche Interaktion zurückgehe, weil es weniger kompliziert sei, mit Robotern zu interagieren.

Dieser Text ist zuerst auf futurezone.de erschienen – Das neue Tech-News-Portal der Funke Mediengruppe.