Intimsphäre

Facebook geht künftig schärfer gegen „Rache-Pornos“ vor

Facebook will das Teilen von sogenanntem „Revenge Porn“ eindämmen.

Facebook will das Teilen von sogenanntem „Revenge Porn“ eindämmen.

Foto: Tobias Hase / dpa

Facebook will härter bei Intim-Fotos durchgreifen, die Nutzer ohne Zustimmung teilen. Das Netzwerk setzt auf eine spezielle Software.

Menlo Park.  Facebook verschärft das Vorgehen gegen das Teilen intimer Fotos ohne Zustimmung, das sogenannte „Revenge Porn“. Bilder, die von betroffenen Nutzern gemeldet werden, sollen mit Software erfasst werden, damit sie nicht mehr weiterverbreitet werden können, kündigte das Online-Netzwerk am Mittwoch an.

Das werde übergreifend nicht nur für Facebook, sondern auch für die Foto-Plattform Instagram und den Kurzmitteilungsdienst Messenger gelten, sagte die zuständige Facebook-Managerin Antigone Davis der Deutschen Presse-Agentur. Der ebenfalls zu Facebook gehörende Messaging-Dienst WhatsApp bleibt vorerst außen vor, man werde es aber für die Zukunft prüfen.

Button zum Melden der Inhalte

Das Phänomen „Revenge Porn“ bekam seinen Namen, weil die intimen Bilder oft als Rache von früheren Partnern veröffentlicht werden. Ein solches Foto kann über einen Button gemeldet werden. Dann erstellt Bilderkennungs-Software eine Art „digitalen Fingerabdruck“ davon, damit spätere Versuche, es zu teilen, unterbunden werden. Die Software sei auch gut darin, die Fotos immer noch zu erkennen, wenn sie abgeändert worden seien, sagte Davis. Nach bereits möglicherweise weiterverbreiteten Bildern wird unterdessen nicht gesucht, sie müssen nach wie vor von den Nutzern gemeldet werden.

Die Hinweise der Betroffenen werden laut Facebook von „speziell ausgebildeten“ Prüfern „mit Priorität“ ausgewertet. Die Profile, die bei „Revenge Porn“ erwischt werden, würden „in den meisten Fällen“ blockiert, ihre Besitzer könnten das aber anfechten. (dpa)