Umfrage

Fast jeder junge Mensch hat Erfahrungen mit Hass im Netz

Hasskommentare im Netz sind keine Seltenheit. Die meisten Menschen wurde schon damit konfrontiert.

Hasskommentare im Netz sind keine Seltenheit. Die meisten Menschen wurde schon damit konfrontiert.

Foto: Tobias Hase / dpa

Hasskommentare bleiben im Internet ein Problem. Eine Umfrage zeigt, dass fast jeder Mensch ab 14 Jahren schon damit konfrontiert war.

Düsseldorf.  Zwei Drittel aller Internetnutzer in Deutschland waren einer Umfrage zufolge schon Zeuge von Hassbotschaften im Netz. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen haben sogar 91 Prozent schon sogenannte Hate Speech in sozialen Netzwerken, Internetforen oder Blogs gesehen, wie aus der am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlichten Erhebung im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hervorgeht. Hass und Diskriminierung im Netz seien zum gesamtgesellschaftlichen Problem geworden, erklärte die LfM.

Deutliche Unterschiede zeigten sich den Angaben zufolge im Umgang mit Hasskommentaren. Rund die Hälfte der befragten Personen gab demnach an, solche Botschaften einfach zu ignorieren. Jeder Dritte befasste sich schon näher mit einem Hasskommentar, etwa indem er sich das Profil des Verfassers ansah oder mit anderen über den Eintrag sprach. Gemeldet haben einen Hasskommentar bei entsprechenden Portalen nach eigener Auskunft 20 Prozent der Befragten. Nur ein Prozent der Befragten gab an, selbst schon hasserfüllte Kommentare im Netz geschrieben zu haben.

2044 Personen befragt

Fast jeder Befragte (95 Prozent) sagte, er finde anonyme Hasskommentare über das Internet feige. Jeder Dritte äußerte sich verängstigt über solche Einträge, mehr als 70 Prozent erklärten, Hate Speech mache sie wütend. Zwei Drittel der Befragten halten es nach eigenen Angaben für Zeitverschwendung, sich damit zu befassen.

Für die repräsentativen Online-Studie „Ethik im Netz“ befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa Anfang Juni insgesamt 2044 Bundesbürger ab 14 Jahren. Die LfM befasst sich mit dem Thema auch auf ihrer diesjährigen Medienversammlung am 28. Juni in Köln.