Effekte

Facebook schnappt sich die boomende Selfie-App MSQRD

Facebook-Chef Mark Zuckerberg baut sein Imperium weiter aus: Nach Instagram und WhatsApp hat er sich Masquerade ins Haus geholt.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg baut sein Imperium weiter aus: Nach Instagram und WhatsApp hat er sich Masquerade ins Haus geholt.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Wie Barack Obama oder der Joker aussehen, das geht mit MSQRD. Nun hat Facebook die App gekauft – eine Reaktion auf den Snapchat-Erfolg.

Berlin.  Mark Zuckerberg hat wieder zugeschlagen: Gerade mal drei Monate nach dem Start hat sich der Facebook-Chef die boomende App Masquerade – auch bekannt unter MSQRD – unter den Nagel gerissen. Eine Reaktion auf den großen Erfolg von Konkurrent Snapchat.

MSQRD ist eine Visual-Effects-App für Apple- und Android-Geräte. Nutzer können ihre Selfies und Videos mit Masken und anderen Gesichtseffekten überziehen. Dafür muss in der App das eigenen Gesicht in ein eierförmiges Feld bewegt werden. Per Geschichtserkennung zieht das Programm dann verschiedene Masken über das Gesicht. Die Auswahl ist groß: Von Barack Obama über eine Raubkatze bis hin zu einem Pandagesicht, alles ist möglich. Die Videos und Fotos können dann direkt an eigene Kontakte verschickt oder auf den sozialen Kanälen geteilt werden.

Start-up kommt aus Weißrussland

Das weißrussische Start-up Masquerade Technologies verkündete die Übernahme via Blogeintrag: „Bei Masquerade haben wir sehr hart dafür gearbeitet, das Erstellen von Videos spaßiger und interaktiver zu gestalten.“ Man freue sich, mit Facebook zu arbeiten. Durch die Kooperation sei man in der Lage, „so viele Leute wie nie zuvor zu erreichen“, so CEO Eugene Nevgen.

Mark Zuckerberg verbreitete die Neuigkeit mit einem ungewöhnlichen Facebook-Post – im Maskenlook: „Nein, ich habe mir nicht einen Iron-Man-Anzug kreiert. Ich nutze die App Masquerade, die es ermöglicht, Videos mit Filtern zu versehen. Und heute freue ich mich zu verkünden, dass das Team von Masquerade zu Facebook kommt.“

Wie viel Geld Zuckerberg für MSQRD zahlen muss, ist bisher nicht bekannt. Laut „Business Insider“ will Facebook die kostenlose App eigenständig weiterführen. Zusätzlich soll die Technologie der App aber in dem sozialen Netzwerk integriert werden. Die drei App-Gründer Eugene Nevgen, Sergey Gonchar und Eugene Zatepyakin werden im Londoner Facebook-Büro arbeiten.

MSQRD steht in Konkurrenz zu Snapchat

Facebooks Übernahme von MSQRD kann als eine Reaktion auf die immer beliebter werdende Schnipsel-Story-App Snapchat gewertet werden, bei der auch Visual Effects zu Selfies und Videos hinzugefügt werden können. Vor allem Jugendliche verwenden die Anwendung in immer größerem Umfang, aber auch Stars wie Kim Kardashian sind bei der Instant-Messaging-Anwendung Mitglied – für Facebook ein interessantes Produkt, mit dem gegen das schwindende Interesse der jüngeren Nutzer angekämpft hätte werden sollen. Doch ein milliardenschweres Angebot von Facebook hatte Snapchat-Gründer Evan Spiegel 2013 abgelehnt.

MSQRD scheint nun also Plan B zu sein – ein guter Plan B, wie sich wohl herausstellen wird. Denn in kurzer Zeit eroberte MSQRD die App-Stores. In mehr als zehn Ländern stand die App an der Spitze der Download-Charts.

Prominente spielen gerne mit der Selfie-App

Auch viele Prominente zeigen sich von der App begeistert und teilen ihre Foto und Videos mit den Fans.