Datenschutz

Streit um iPhone-Hack: Apple-Chef Cook will Gipfel mit Obama

Da saßen sie beim Thema Cyber-Sicherheit und Datenschutz schon mal gemeinsam auf dem Podium. Barack Obama mit Apple-Chef Tim Cook, moderiert vom Präsidenten der Universität Stanford, John Hennessy.

Da saßen sie beim Thema Cyber-Sicherheit und Datenschutz schon mal gemeinsam auf dem Podium. Barack Obama mit Apple-Chef Tim Cook, moderiert vom Präsidenten der Universität Stanford, John Hennessy.

Foto: © Kevin Lamarque / Reuters / REUTERS

Apple-Chef Tim Cook will hart bleiben beim Schutz der Daten auf iPhones. Am liebsten möchte er das Präsident Obama selbst erklären.

Cupertino.  Apple-Chef Tim Cook will im Streit mit der US-Regierung um das Entsperren von iPhones mit Präsident Barack Obama sprechen. Er wolle ihm die Argumente von Apple nahebringen, sagte Cook in einem halbstündigen Interview mit dem TV-Sender ABC. Er bekräftigte, dass Apple grundsätzlich keine Software zum Aushebeln der iPhone-Sperre schreiben wolle: „Es geht nicht um dieses Telefon, es geht um die Zukunft.“

Arbeitet Apple an weiterer Verschärfung?

Cook sagte: „Wenn ein Gericht von uns verlangen kann, eine solche Software zu schreiben, bedenken Sie, was sie noch von uns fordern könnte – vielleicht ein Betriebssystem für Überwachung oder die Möglichkeit, die Kamera einzuschalten“, sagte Cook in dem am späten Mittwoch (Ortszeit) gezeigten Gespräch. Die Aufforderung sei so etwas wie Krebs für Software. „Der Schutz der Daten der Bürger ist unglaublich wichtig“, sagte Cook. Der Fall könne die Menschen „unglaublichen Sicherheitslücken“ aussetzen. Die New York Times berichtet, Apple arbeite nun an einer weiteren Verschärfung seiner Sicherheitsvorkehrung, die es auch dem Konzern künftig unmöglich machen könnte, an Daten zu gelangen. In dem Interview spielte das keine Rolle.

Apple ist per Gerichtsbeschluss angewiesen worden, dem FBI beim Entsperren eines iPhones zu helfen, das von einem toten Attentäter genutzt wurde. Er hatte gemeinsam mit seiner Frau 14 Menschen im kalifornischen San Bernardino getötet. Apple weigert sich mit der Begründung, dafür müsse erstmals eine Software geschrieben werden, mit der man die Zugangssperre aushebeln kann. Und damit gebe es eine Hintertür, die in anderen Fällen missbraucht werden könne.

Experten: FBI hat andere Möglichkeit

Mehrere Sicherheitsexperten hatten die Meinung vertreten, dass die Behörden auch mit anderen Methoden an die Daten gelangen könnten, wenn auch aufwendig. Die Spezialisten sagten, Apple könne den Speicherchip mit Säure öffnen und nach diesem sogenannten De-Capping darauf zugriffen. Außerhalb des IOS-Mechanismus gäbe es keine Wartezeiten nach mehreren Fehlversuchen bei der Eingabe des Sicherheitscodes. Die Behörden könnten Computer so den Sicherheitscode raten lassen und den Chip auslesen. Edward Snowden hatte diese Alternative zuerst ins Gespräch gebracht. Zugleich räumen Experten aber ein, dieser Schritt sei riskant, und auch da könne das Auslesen Monate dauern. Das FBI hatte aber dem Gericht erklärt, keine Möglichkeiten zu haben.

Apple stört sich auch daran, dass die rechtliche Grundlage für die Anweisung ein Gesetz aus dem 18. Jahrhundert ist, das Richtern die Befugnis gibt, alle nötigen Maßnahmen anzuordnen. Wenn es erst einmal einen solchen Präzedenzfall gebe, könnten andere Gerichte ihn vielleicht auch auf Scheidungs- oder Steuerfälle anwenden, sagte Cook und warnte vor einem „Trampeln auf Bürgerrechten“. (dpa/law)

Das halbstündige Gespräch gibt es komplett auf der Seite von ABC.