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Sony-Music-Chef: Millionen-Verlust durch Gema-Sperren

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Dennis Lemm

Laut Edgar Berger, Chef von Sony Music, gehen dem Konzern durch die "restriktiv lizenzierten" Urheberrechte bei YouTube duch die Gema Millionenumsätze verloren.

Hamburg/Berlin. "Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden. Das tut uns leid." Dieser Text wird angezeigt, wenn Lieder auf der Video-Plattform YouTube gesperrt worden sind. Laut Edgar Berger, Deutschland-Chef von Sony Music, gehen dem Konzern durch die Urheberrechtssperren Millionen Euro verloren. Dies sagte Berger in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" . Demnach habe Sony Music den Marktteilnehmern wie YouTube die Inhalte lizenziert. Berger schiebt die Schuld auf die Verwertungsgesellschaft Gema, "die Urheberrechte sehr restriktiv lizenziert." Darüberhinaus hält Berger das derzeitige Urheberrecht für überholt: "Wir brauchen Regelungen für Bereiche, die es früher einfach noch nicht gab. In Deutschland ist es beispielsweise nicht geregelt, wie die Kopie eines Songs zu handhaben ist, der auf Seiten wie Youtube abgespielt wird", sagte Berger dem Blatt.

Diesen Vorwurf weist die Gema zurück. Eine Sprecherin sagte abendblatt.de: "Die Gema sperrt an sich keine Titel." Ausgenommen seien die zwölf Titel mit denen die Gema und YouTube im Rechtsstreit seien. Diese seien gesperrt worden. Auf der eigenen Homepage steht zum YouTube-Fenster, das bei gesperrten Titeln erscheint: "Der Text, der seit kurzem beim Aufruf von einigen gesperrten Musikvideos erscheint ist irreführend: Er suggeriert, dass die GEMA die Rechte nicht eingeräumt hätte. Fakt ist jedoch, dass YouTube diese Rechte bislang einfach nicht erworben hat.“

Die Video-Plattform YouTube und Gema stehen seit längerem im Rechtsstreit. Das Landgericht Hamburg will am 20. April ein Urteil fällen. Die beiden Parteien stritten vor dem Landgericht darum, ob die Videoplattform genug zur Löschung urheberrechtlich geschützter Musik tut. Die Anwälte von YouTube-Mutter Google erklärten, das Filtersystem Content-ID sei "perfekt“ für die Gema, um Videos zu löschen oder über die Einblendung von Werbung Einnahmen zu erzielen. Die Anwälte der Gema zweifelten zudem die Effizienz des Systems an, vor allem bei der Erkennung von Versionen wie Live-Aufnahmen.

Die Gema verlangt von YouTube, zwölf geschützte Musikwerke von der Plattform zu löschen und zukünftig nicht mehr zugänglich zu machen. Die Entscheidung dürfte über diese Lieder – darunter "Rivers oft Babylon“ und "Ritmo de la noche“ – hinaus eine große Tragweite haben, weil die Gema an Hand dieser Titel ein Exempel statuieren möchte. Vor dem Verkündungstermin im April haben die beiden Parteien aber auch noch die Möglichkeit, sich außergerichtlich gütlich zu einigen.

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