Kampagne

Hilfsdienst wirbt mit sexy Musikvideo für Erste Hilfe

Sieht nach Musikvideo aus, klingt nach Musikvideo, soll aber Erste Hilfe vermitteln: Das Video des ASB.

Sieht nach Musikvideo aus, klingt nach Musikvideo, soll aber Erste Hilfe vermitteln: Das Video des ASB.

Foto: Vimeo/ASB

Leicht bekleidete Frauen und Männer räkeln sich zu Charterfolgen: So kann es aussehen, wenn ein Hilfsdienst für Erste Hilfe wirbt.

Köln.  Atemkontrolle, Wiederbelebung und Einsatz von Defibrillator sind allesamt Hits, und Erste Hilfe ist sexy: Das will ein Video zeigen. Ein Hilfsdienst war so mutig, erotisch angehauchte Musikvideos zu parodieren, um Techniken zu vermitteln. Die „First Aid Ladies“ als Botschafter fürs Retten von Leben.

Hinter dem Film steckt der Arbeiter-Samariter-Bund, der das Video auch auf Facebook verbreitet hat. Erste Reaktionen: Viel Wohlgefallen, kaum Schnappatmung, wenige Fälle von erhöhtem Blutdruck: „Euer Ernst jetzt? Erste Hilfe für Sexisten oder wie ...“, fragt jemand, steht damit aber recht alleine.

Das Video soll sich in erster Linie an Jugendliche richten, erläutert Michael Sonntag, Erste-Hilfe-Referent beim ASB-Bundesverband. „Es soll zeigen, dass Erste Hilfe leicht zu lernen ist und Spaß machen kann.“ Dem Verband schwebt auch vor, dass der Film für Schulsanitätsdienste oder für Fahrschüler eingesetzt wird, damit sich mehr Menschen die lebensrettenden Botschaften und Handgriffe einprägen und mit anderen teilen.

Wenig Bereitschaft zu Erster Hilfe

In Deutschland ist Erste Hilfe längst nicht so selbstverständlich wie andernorts. In Deutschland reagierten 17 Prozent der Zeugen mit Herzdruckmassage, wenn ein Mensch mit plötzlichem Herzstillstand zusammenbricht, so Sonntag. „In den Niederlanden liegt die Zahl der Laien, die im Notfall helfen, dagegen bei 65 Prozent.“ Was zu tun ist, singen die „First Aid Ladies“ auch – selbst wenn der neue Text nicht sofort auffällt.

Wer die Musikstücke nicht erkennt: Parodiert werden „All about that base“ von Meghan Trainor, „Blurred Lines“ von Robbin Thicke, „Shake it off“ von Taylor Swift, „Rock your Body“ von Justin Timberlake, „Single Ladies“ von Beyoncé sowie „Fancy“ von Iggy Azalea.

Der ASB hat für die Kampagne auch ein bekanntes Gesicht als Botschafterin gewinnen können: Die langjährige Kickbox-Weltmeisterin und Moderatorin Christine Theiss tritt als Schirmherrin auf und war auch unter den ersten, die das Video teilten.