Kita "Wolkenzwerge"

Über den Wolken muss Kindheit wohl grenzenlos schön sein

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Janett Brandt und Jacqueline Niemeyer

Neben optimaler Betreuung ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Anliegen der Kita "Wolkenzwerge" im Hamburger Neubau - damit noch mehr Frauen bei Axel Springer Karriere machen können

Es ist ganz still auf dieser Etage im Neubau der Axel Springer AG. Doch sobald sich die Tür zur Kindertagesstätte "Wolkenzwerge Hamburg" in der Caffamacherreihe 1 öffnet, offenbart sich eine ganz andere Welt. Bunt bemalte Wände, auf denen die Kinder sich verewigt haben, viel Raum zum Spielen und elf liebevolle Erzieherinnen und Erzieher laden zum ausgiebigen Toben und Entdecken ein. "Wir versuchen, den Kindern möglichst viel Platz zur freien Entfaltung zu bieten", sagt Nina Meinert, Leiterin der "Wolkenzwerge" und Angestellte des pme Familienservices GmbH, eines der führenden privaten Dienstleister im Bereich Kinderbetreuung.

Neben der Betreuung der Kinder ermöglicht die Kita ihren Schützlingen vielfältige Experimentiermöglichkeiten in den naturwissenschaftlichen Bereichen. "Schon die Krippenkinder werden an Versuche herangeführt. So wird erforscht, welche Dinge schwimmen oder warum ein Luftballon beim Platzen knallt", sagt Nina Meinert. Das Projekt läuft in Kooperation mit dem "Haus der kleinen Forscher". Die Förderung des Zweitsprachenerwerbs im Vorschulalter erfolgt durch den "Toy Talk". Dabei lernen Kinder spielerisch die Sprache etwa über Lieder kennen. Die frühzeitige Lern- und Sprachförderung ist die Voraussetzung für Medienkompetenz, auf deren Entwicklung Axel Springer und der pme Familienservice Wert legen.

Damit Eltern Karriere und Familie besser unter einen Hut bringen können, öffneten die "Wolkenzwerge" Anfang Juni dieses Jahres die Pforten; die offizielle Eröffnung wird am 31. August gefeiert. Mit einem Millionenbetrag unterstützte Axel Springer den Auf- und Umbau der Räumlichkeiten für die Kita. 30 der geplanten 50 Plätze stehen Mitarbeitern zu. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, über die Maßnahmen: "Sie sind ein wichtiges Zeichen für den weiteren Ausbau der Förderung in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir wollen, dass noch mehr Frauen bei Axel Springer Karriere machen. Wir wissen, dass es hilfreich ist, wenn sie sicher sein können, dass ihre Kinder optimal betreut sind. Und für die Väter ist es genauso wichtig."

Volker Peschel, Kulturredakteur der Bild Hamburg und Vater des zweijährigen Oskar, gehört zu dieser Gruppe. Er schätzt die Kita, weil die Entfernung zum Zuhause nicht weit und der Arbeitsplatz gleich um die Ecke ist. "Die Kita passt zum Alltag. Ich kann Oskar morgens um neun Uhr einfach mit zur Arbeit nehmen", sagt Peschel. Dort bleibt sein Sohn zweimal die Woche bis 17 Uhr. Eine große Hilfe sei auch das "Back-up" des pme Familienservices, eine Betreuung in Ausnahmefällen. Brit Brand, Leiterin der Vertriebssteuerung und Mutter des vier Monate alten Fritz, war bis jetzt noch nicht auf das Notfallangebot angewiesen. Allerdings würden die Erzieherinnen sehr große Flexibilität zeigen, wenn sie die festgelegten Betreuungszeiten aufgrund wichtiger Termine kurzfristig verändern müsse.

Schon mit knapp drei Monaten wurde Fritz ein Wolkenzwerg. "Ich finde es wichtig, dass Fritz frühzeitig mit anderen Kindern in Kontakt kommt. Und wenn er Hunger hat oder aus anderen Gründen weint, kann ich in schon fünf Minuten bei ihm sein", sagt die Mutter. Die Nähe zum Arbeitsplatz sei aber nur ein Argument bei der Wahl der Kindertagesstätte gewesen, denn auch das pädagogische Konzept überzeugte.

Da Brit Brands Vorgesetzter Marek Pergande, Vertriebsleiter der Regionalzeitungen, sie bat, schnellstmöglich ins Berufsleben zurückzukehren, war die Eröffnung der Kita eine "glückliche Fügung". Nun hat Fritz einen 30-Stunden-Platz bei den Wolkenzwergen, der auf drei Tage in der Woche verteilt ist, und seine Mutter konnte ihre Leitungsposition behalten. In der Nestchengruppe, die Fritz derzeit besucht, kümmert sich eine Betreuerin um maximal zwei Kinder. Neben einem zwölfstündigen Betreuungsangebot wird auch besonders auf gesunde Ernährung, Sicherheit und Hygiene geachtet. Der Raum der Nestchengruppe darf beispielsweise nur ohne Schuhe betreten werden, da die Jüngsten die meiste Zeit auf dem Boden verbringen.

Im Herbst wird zusätzlich zur Nestchen- und Krippengruppe (ein bis drei Jahre) und der gemischten Gruppe (ein bis sechs Jahre) eine Elementargruppe für Drei- bis Sechsjährige eingerichtet. In der gemischten Gruppe mit dem Schwerpunkt "Rollenspiel" ist die 20 Monate alte Lenja. Ihre Mutter Isabel Pflug, Referentin im Direktmarketing Online des Vertriebs Bild-Gruppe und Zeitschriften, genießt die neue Möglichkeit, ihren Schatz jeden Morgen vor der Arbeit direkt nebenan abzugeben. Die blonde Lenja ist seit der Eröffnung dabei. Und der erste Eindruck ihrer Mutter von den neuen Räumen war sehr gut: "Die Räume sind hell und freundlich, die Mitarbeiter lieb und aufmerksam. Ich habe ein sehr gutes Gefühl, Lenja hier abzugeben."