Audi A1

Mehr Komfort für Hinterbänkler - aber nichs für Sparfüchse

Lesedauer: 3 Minuten
Elfriede Munsch

Den Kleinwagen Audi A1 gibt es jetzt zum Aufpreis von 850 Euro auch als Sportback mit fünf Türen. In der Basisversion ist er mit 86 PS ausgestattet.

Ein Kleinwagen für Sparfüchse ist der Audi A1 sicherlich nicht. Da macht auch der neue, ab Anfang Februar lieferbare fünftürige Ableger keine Ausnahme. Die Sportback genannte Variante kostet in der Basisversion mit 86 PS starkem Benziner mindestens 16 950 Euro. Somit werden 850 Euro Aufpreis für den Fünftürer fällig.

Dass Audi ein Händchen für schönes Design hat, ist nichts Neues. Beim Sportback haben die Designer ihr Talent erneut unter Beweis gestellt. Damit die Seitenlinie stimmig gegenüber dem Dreitürer wirkt, wurden die vorderen Türen um 24 Zentimeter gekürzt. Die Abmessungen sind fast unverändert geblieben. Der Sportback streckt sich auf einer Länge von 3,95 Metern. Radstand (2,47 Meter) und Kofferraumvolumen (270 bis 920 Liter) wurden ebenfalls übernommen. Nur in Breite und Höhe gibt es geringfügige Abweichungen, wobei der Höhenzuwachs dank der weniger abfallenden Dachlinie den hinteren Passagieren zugute kommt.

Groß gewachsene "Hinterbänkler" sollten sich allerdings keine allzu großen Hoffnungen machen: Zwar gestaltet sich der Einstieg dank der zusätzlichen Türen nun unkompliziert und ohne Verrenkungen; jenseits der 1,85-Meter-Marke wird der Luftraum über der Frisur aber kleinwagentypisch knapp. Das gilt auch für die Beinfreiheit. Vorn geht es dagegen deutlich komfortabler zu. Die Sportsitze geben guten Halt, die Lendenwirbelstütze erleichtert eine ergonomisch korrekte Haltung. Dekorblenden in Aluminium oder farblich abgestimmt auf die gewählte Außenfarbe geben dem Innenraum einen individuellen Charakter, fassen sich gut an und lassen fast vergessen, dass man in einem Kleinwagen sitzt.

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Audi hat eine umfangreiche Liste mit Extras zusammengestellt. Lederpolster oder Panoramadach gefällig? Oder ein Festplattennavigationssystem? Alles gegen Aufpreis zu haben. Die Basisversion wird ohnehin selten gewählt. Wie schon beim Dreitürer rechnet man damit, dass die Kunden überwiegend die zweite, je nach Modell zwischen 1250 und 1400 Euro teurere Komfortausstattung ordern. Dazu werden durchschnittlich noch 3000 Euro in Ausstattungen wie Xenonlicht mit Fernlichtassistent, LED-Heckleuchten oder 17-Zoll-Alufelgen investiert. Auch das in Kontrastfarbe lackierte Dach hat gute Chancen unter die Top Ten der Zubehörliste zu kommen.

Zurückhaltender geben sich die Kunden bei der Motorenwahl. Der Basisbenziner vereint fast ein Drittel der Bestellungen auf sich. Und er ist keine schlechte Wahl, man ist flott und sparsam unterwegs. Bei gelassener, aber durchaus zügiger Fahrweise meldete der Bordcomputer einen Verbrauch von unter sechs Litern. Einzig die Fünfgangschaltung hat noch etwas Optimierungsbedarf, dazu wird ein drehzahlsenkender sechster Gang vermisst.

Laufruhig zeigt sich der (ab Sommer verfügbare) 140-PS-Benziner, der die Lücke zwischen dem 122-PS-Aggregat und der Topmotorisierung mit 185 PS ausfüllt. Technische Besonderheit: Er schaltet im Teillastbereich zwei Zylinder ab, ohne dass der Fahrer davon etwas bemerkt. Sobald man das Gaspedal etwas kräftiger tritt, sind aber wieder alle vier Töpfe aktiv. Der Motor ist noch nicht fertig homologiert, Audi will aber Verbrauchswerte unter fünf Liter erreichen. Bei ersten Testfahrten zeigte der Bordcomputer einen Praxisverbrauch von 6,5 Litern an. Beim Preis gibt es noch keine konkreten Angaben, er dürfte bei ca. 23 000 Euro liegen.