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Windows 11 im Test: Welche Nutzer direkt umsteigen sollten

| Lesedauer: 5 Minuten
Sandro Villinger
Wie gut ist das neue Windows 11? // IMTEST

Wie gut ist das neue Windows 11? // IMTEST

Wie aus dem Nichts zauberte Microsoft das brandneue Windows 11 aus dem Hut: Mit einer neuen, einfachen Bedienung, spannenden Funktionen und einer runderen Optik will Microsoft die Arbeit am PC einfacher machen.

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Windows 11 kommt mit großen Veränderungen. Bestimmte PC-Besitzer sollten sofort umsteigen, doch das ist nicht für jeden Nutzer möglich.

Berlin. In dieser Woche zauberte Microsoft das brandneue Windows 11 aus dem Hut: Mit einer neuen, einfachen Bedienung, spannenden Funktionen und einer runderen Optik will Microsoft die Arbeit am PC einfacher machen. Nach drei Monaten Dauerbetrieb im Praxisalltag und intensiven Labor- und Funktionstests weiß IMTEST, das Verbrauchermagazin der FUNKE Mediengruppe, für wen sich Windows 11 lohnt, wie es sich gegen den Vorgänger schlägt und warum es auf vielen PCs gar nicht läuft.

Windows 11 installieren geht häufig nicht

Im Rahmen des Tests installierte IMTEST Windows 11 auf insgesamt zehn Computern – angefangen bei einem uralten PC von 2013 bis hin zum schnellsten Spiele-PC von 2021. Erkenntnis: Auf PCs, die älter als vier Jahre sind, läuft Windows 11 in der Regel nicht beziehungsweise nur mit komplizierten technischen Tricks.

Denn das Betriebssystem benötigt bestimmte Voraussetzungen wie etwa einen sogenannten TPM-Chip und einen neueren Prozessor wie etwa Intels achte Chip-Generation. Ob der PC fit für Windows 11 ist, lässt sich zum Beispiel mit der „Microsoft PC Health Check“ feststellen oder auf der Seite von IMTEST herausfinden.

Windows 11: Einfache Bedienung des Betriebssystems

Die Windows-Benutzeroberfläche wurde an allen Ecken und Enden sichtbar vereinfacht und entschlackt, was besonders Neulingen den Umstieg erleichtert. Viele der erweiterten Funktionen für Profis sind dennoch oft nur einen Mausklick entfernt. Beim Öffnen eines Fotoalbums etwa sind nur die Funktionen zu sehen, die man auch wirklich braucht.

Wer aber das alte Menü zurück möchte, kann es jederzeit wieder einblenden („Weitere Optionen anzeigen“). So werden Neulinge nicht abgeschreckt und alte Hasen haben mit einem Klick Zugriff auf die alten Einträge.

Windows 10 sieht im Vergleich alt aus

Vieles macht das neue Betriebssystem einfacher: Beim Rechtsklick auf eine Datei etwa sind die wichtigsten Symbole zum Umbenennen, Kopieren, Verschieben oder Löschen sofort ganz oben anwählbar, während sie bei Windows 10 im überfluteten Menü versteckt sind.

Zweitrangig, aber dennoch für viele Nutzer wichtig ist die Optik des Betriebssystems. Hier verdient Microsoft ein großes Lob, denn sie ist zeitgemäß und nicht zu aufdringlich. Die runden Ecken und flüssigen Animationen von Windows 11 lassen seinen direkten Vorgänger sofort veraltet aussehen.

Windows 11 bietet bietet viele nützliche Funktionen

Windows wird nicht nur einfacher, sondern bietet auch mehr vorinstallierte Funktionen und Apps als Windows 10. Microsoft deckt viele oft benötigte Programme, etwa ein PDF-Leseprogramm, ein E-Mail-Programm oder Bildbearbeitung ab.

Ins Internet geht es mit dem hauseigenen Browser Microsoft Edge. Der ist mittlerweile in Sachen Funktionalität, Bedienung und Optik dem Klassiker Chrome nicht nur ebenbürtig, sondern überzeugt vor allem durch bessere Privatsphäre-Funktionen: Microsoft schickt deutlich weniger Daten zu Ihrem Surfverhalten nach Hause.

Windows 11 mit vielen Apps

Die vorinstallierte Bildbearbeitungsfunktion bietet gute Basisfunktionen wie das Sortieren, Aufhübschen oder Zuschneiden von Fotos. Wer Bilder professionell mit Filtern bearbeiten möchte, sollte aber auch weiterhin zu Profiprodukten wie Adobe Photoshop greifen. Auch Microsofts hauseigener Chat Teams ist vorinstalliert, aber das nützt nur dann etwas, wenn Freunde oder Arbeitskollegen ebenfalls mit Teams arbeiten.

Andere gängige Kommunikations-Apps wie Zoom oder auch Whatsapp und Facebook Messenger können aber über Mi­crosofts App-Store heruntergeladen werden. Der ist mittlerweile sehr umfangreich und bietet viele wichtige aktuelle Apps wie Amazon Prime Video, Netflix oder Disney Plus, aber auch viele klassische Apps wie Teamviewer und Adobe Reader sind erhältlich.

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Microsoft verspricht einen Leistungsschub, auch unter starker Arbeitslast. Beim Test der Arbeitsgeschwindigkeit mit dem Laborprogramm PCMark 10 schnitt Windows 11 auf einem Oberklasse-PC um knapp 300 Punkte (rund vier Prozent) schlechter ab. Das ist im Alltag nicht spürbar, zeigt aber: Einige Hardware-Hersteller haben ihre Gerätesoftware („Treiber“) noch nicht ausreichend auf Windows 11 optimiert.

Fazit: Soll ich ein Laptop mit Windows 11 kaufen?

Windows macht mit Version 11 einen großen Schritt nach vorn: Nie war ein Windows einfacher zu bedienen, sicherer und bot so viele wichtige Funktionen klar strukturiert an. Die Auswahl an vorinstallierten Apps ist groß und im modernisierten App-Store noch größer. In Sachen Geschwindigkeit und Akkulaufzeit hat es nur minimal zugelegt, dennoch ist jedes Prozentpünktchen an Gratisleistung erfreulich.

Nach drei Monaten Dauereinsatz fühlte sich die Rückkehr zu Windows 10 an wie ein altes Smartphone, das man im Schrank gefunden hat und sich denkt: „Das war mal modern?“

Die Arbeit mit Windows 11 macht aber vor allem eines: Spaß! Die neue Optik, Töne, Animationen und die zahlreichen Bedienmöglichkeiten für Dateien und Fenster sind gut durchdacht. Schade aber, dass nur Besitzer (relativ) neuer PCs in den Genuss kommen. Wer einen passenden PC hat, sollte sofort umsteigen, alle anderen können noch warten – denn Windows 10 wird erst 2025 ausgemustert.

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