Technikmesse

IFA in Berlin: So geht Funkausstellung in Corona-Zeiten

Samsung Galaxy Watch-Upgrade: Diese Apps holen alles aus deiner Uhr

Bist du Besitzer einer Samsung Galaxy Watch, nutzt du eines der aktuell besten Geräte. Aber: Es geht immer noch mehr, denn du kannst die smarte Uhr noch weiter upgraden. Alles, was du brauchst, sind die folgenden Apps.

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Die IFA findet statt, trotz Pandemie. Nur wenige Hersteller zeigen seit Donnerstag ihre Neuheiten – zum Beispiel smarte Uhren.

Berlin. Tristesse statt Trubel, maskierte Fachbesucher und Aussteller, Bestuhlung mit Abstand. Wo im vergangenen Jahr noch 245.000 Technikfans durch prall gefüllte Hallen wuselten, um Neuigkeiten von fast 2000 Ausstellern auszuprobieren, beschränkt sich die diesjährige Internationale Funkausstellung (IFA) auf ein bis zwei Hallen und 150 Aussteller. So sieht sie also aus, die Corona-Messe in Berlin, die sogenannte Special Edition. Für Technikfans ernüchternd.

Nur angemeldete Fachbesucher und Journalisten sind zugelassen. Viele Hersteller haben im Vorfeld ihre Teilnahme coronabedingt abgesagt, darunter Schwergewichte wie Samsung, Sony, Bosch oder die Telekom. Die meisten davon stellen ihre Neuigkeiten abseits der Messe vor – online. Entsprechend kurz fällt der Rundgang aus. Das belegt auch der Blick auf den eigenen Schrittzähler am Handgelenk.

IFA 2020: Der Bildschirm ist schmal wie ein Armband

Wer von einer smarten Uhr einiges mehr erwartet, als Uhrzeit und Schrittzahl anzuzeigen, der wird auf der IFA fündig. Smartwatches und Fitnesstracker sind neben TV-Geräten, 5G-Mobilfunk und vernetzten Haushaltsgeräten einmal mehr ein Trendthema.

Auffällig ist dabei, dass die intelligenten Geräte nicht nur in puncto Design immer schöner werden, sie können auch immer mehr Werte am Körper messen und per Miniprogramm fürs Smartphone auswerten.

Einfache Fitnessuhren für Einsteiger gibt es in der Preisklasse 30 bis 80 Euro. Auf der IFA zu sehen sind das Huawei Band 4 und 4 Pro. Fitbit zeigt die Inspire 2. Sie beherrschen für wenig Geld die Grundfunktionen der smarten Uhren, darunter Schritte zählen, Herzfrequenz messen, zum Teil auch Streckenmessung per GPS. Zudem zeigen sie an, wenn auf dem Smartphone Nachrichten eintreffen.

Der Bildschirm ist schmal wie ein Armband. Der Akku hält bis zu einer Woche durch.

Die neuen Modelle können Apps wiedergeben

Wer mehr Funktionen verlangt und ein gewisses Design bevorzugt, der kann für den Begleiter am Handgelenk auch zwischen 150 und 400 Euro ausgeben. Aktuelle Modelle können sogar Apps wiedergeben. Sie speichern und spielen Musik ab, können Routen führen, steuern Fitnessprogramme oder überwachen bei Frauen den Zyklus.

Die Geräte treffen dabei den Zeitgeist, sie werden spürbar beliebter: Im ersten Quartal 2020 hat der Smartwatch-Absatz weltweit um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugelegt. Hierzulande haben schon rund 15 Prozent der Verbraucher eine smarte Uhr. Die Hersteller haben offenbar auch von Corona profitiert.

Für iPhone-Nutzer ist die Apple Watch das Maß der Dinge. Die aktuelle Generation Series 5 kostet ab rund 400 Euro. Für Android-Nutzer gehören die neue Galaxy Watch 3 von Samsung und die Huawei Watch GT2 zu den Topmodellen, letztere ist auch auf der IFA zu sehen. Die US-Firma Fitbit zeigt in Berlin drei neue Modelle. Seit 13 Jahren baut sie Uhren mit dem Fokus Fitness und Gesundheit.

EKG-Funktion muss noch freigegeben werden

Das neue Topmodell Fitbit Sense kommt Ende September für 330 Euro auf den Markt. Als erstes Gerät weltweit hat es einen eigenen EDA-Sensor. Er misst die elektrodermale Aktivität. Sprich: Durch Handauflegen misst die Uhr den Leitungswiderstand der Haut. „Ist man unter Stress, schwitzt die Hand innen leicht. Die Uhr merkt das, und die App gibt Tipps zum Stressabbau, zum Beispiel Atem- oder Meditationsübungen“, sagt Michael Maier, Fitbit-Geschäftsführer für Zentraleuropa, unserer Redaktion. Die Stressmessung anderer Hersteller basierte bisher auf Software ohne eigenen Sensor.

Die ebenfalls eingebaute EKG-Funktion der Sense, die auch die Apple Watch bietet, muss bis zum Marktstart noch von der EU freigegeben werden. Die Uhr könne aber auch damit nie den Gang zum Arzt und ein „echtes“ EKG ersetzten, betont Maier.

Käufer erhalten sechs Monate freien Zugang zur Analyse-App Fitbit Premium, die Werte auswertet und aufbereitet. Auf Wunsch gibt sie eine umfangreiche Analyse aus, die zeigt, wie sich etwa Herzfrequenz, Stresslevel, Schlafphasen und Gewicht in den letzten Monaten entwickelt haben. Mit dieser Analyse, so Maier, können Besitzer bei Beschwerden zum Arzt gehen, um nach den Ursachen für Schlafprobleme oder Überlastung suchen zu lassen. Die Gesundheitsdaten würden verschlüsselt und anonymisiert auf US-Servern gespeichert und nie an Drittfirmen weitergegeben.

Angaben zur Laufzeit mit Vorsicht genießen

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine neuartige Uhr zu kaufen, sollte einiges beachten: Muss es eine vollwertige Smartwatch mit vielen Funktionen sein, die auch noch im Alltag modern aussieht? Oder suche ich eher nach einem Trainingsbegleiter, den ich nur beim Sport trage, der aber schweißresistent und robuster ist?

Eine Achillesferse vieler Geräte ist nach wie vor die Akkulaufzeit. Zwar werben Hersteller mit bis zu einer Woche Durchhaltevermögen, die Angabe ist aber mit Vorsicht zu genießen. Schaltet man bei den Uhren dauerhaft Zeitanzeige, GPS-Ortung sowie Herzfrequenzmessung ein und aktiviert Benachrichtigungen, müssen die meisten Modelle nach spätestens ein bis drei Tagen wieder an den Strom.