Studie

Brustkrebs durch Haarefärben: Forscher sehen Zusammenhang

Das Haarefärben ist laut einer Studie ein Faktor, der das Risiko erhöhen könnte an Brustkrebs zu erkranken.

Das Haarefärben ist laut einer Studie ein Faktor, der das Risiko erhöhen könnte an Brustkrebs zu erkranken.

Foto: Voyagerix / imago/Panthermedia

Frauen, die sich die Haare färben, haben ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Warum das trotzdem kein Grund zur Panik ist.

Berlin. Verursacht das Haarefärben Krebs? Laut einer aktuellen Studie aus den USA kann die regelmäßige Nutzung von Haarfärbemitteln und chemischen Mitteln zu Haarglättung zumindest das Risiko für Brustkrebs steigern. Das fanden Forscher des staatlichen National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) heraus.

Demnach sei das Brustkrebs-Risiko für Frauen, die sich mindestens alle fünf bis acht Wochen mit chemischen Mitteln die Haare färben, um neun Prozent höher als bei Frauen, die keine oder nur gelegentlich chemische Färbemittel nutzen. Bei afro-amerikanischen Nutzerinnen sei das Risiko sogar um 60 Prozent erhöht. Betrachtet man lediglich weiße Frauen, sei ihr Risiko an Brustkrebs zu erkranken um acht Prozent höher als das von Nicht-Nutzerinnen.

Chemische Haarglätter erhöhen das Risiko für Brustkrebs unabhängig von der Herkunft der Frauen um 30 Prozent im Vergleich zu jenen, die derartige Produkte nicht benutzen.

Brustkrebs-Studie: Alle Teilnehmerinnen waren familiär vorbelastet

Für Frauen, die sich regelmäßig die Haare färben, sollte die Studie dennoch kein Grund zur Panik sein. Die Statistik stellt nämlich lediglich relative, nicht absolute Risiken dar. Denn bei allen Studienteilnehmerinnen handelt es sich um Frauen, in deren Familien es bereits Brustkrebsfälle gegeben hat – und die damit ohnehin ein erhöhtes Risiko für Brustkrebserkrankungen haben. Insgesamt hat das NIEHS die Daten von 46.709 Frauen ausgewertet.

Brustkrebs ist laut Deutscher Krebsgesellschaft die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in allen Staaten der industrialisierten Welt. Derzeit erkranke demnach eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Wie er entsteht und welche Therapien helfen, wird hier erklärt. Die Präzisionsonkologie – der Goldstandard der Krebstherapie – fragt dabei nicht danach, wo der Turmor sitzt, sondern wie er entstanden ist. Auch ein neuer Bluttest soll Tumorpatienten helfen und Krebs frühzeitig erkennen. (jkali)