Verbraucherschutz

Experten warnen vor kostenlosen Film- und Serien-Streams

Im Internet gibt es zahlreiche dubiose Anbieter von kostenlosen Film- und Serien-Streams.

Im Internet gibt es zahlreiche dubiose Anbieter von kostenlosen Film- und Serien-Streams.

Foto: Andrea Warnecke / dpa-tmn

Dubiose Seiten locken mit kostenlosem Streamen von Filmen. Stattdessen erhalten Verbraucher Inkassoschreiben und Pfändungsandrohungen.

Berlin.  Verbraucherschützer warnen vor dubiosen Internetseiten, die kostenloses Streamen von Filmen und Serien versprechen. Stattdessen erhielten Verbraucher Rechnungen für angebliche Jahresabos, gefälschte Inkassoschreiben und Pfändungsandrohungen.


Über das Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen habe das Marktwächter-Team aus Rheinland-Pfalz zahlreiche Beschwerden zu einem Netzwerk von Internetseiten erhalten. Immer neue Webseiten mit „flix“, „play“ und „stream“ im Namen würden im Netz auftauchen. Die Verbraucherschützer raten zur Vorsicht: Wer im Netz nach einem kostenlosen Streaming-Dienst suche, könne dabei leicht auf eine dieser dubiosen Webseiten stoßen.


Die Verbraucherschützer haben nach eigener Aussage inzwischen über 200 nahezu identisch aussehende dubiose Streaming-Webseiten recherchiert.

Die Liste ist im Internet auf der Webseite der Marktwächter zu finden.

Diese Seiten würden sich lediglich durch die URL und den Namen im Logo unterscheiden. Ziel der Betreiber dieser Seiten sei es, Internetnutzer mit vorgetäuschten kostenlosen Angeboten in eine Abofalle zu locken, warnen die Verbraucherschützer. Abofallen gab es auch schon auf der Videoplattform YouTube.

Falsche Streaming-Seiten verschicken Rechnungen für Jahresabos


Nach der Registrierung könnten Nutzer in den aktuellen Fällen aber weder die beworbenen Filme oder Serien schauen, noch erhielten sie eine Vertragsbestätigung per E-Mail, in der über die Kosten eines automatisch verlängerten Jahresabos informiert werde.

Eine Rechnung über bis zu 360 Euro für ein Jahresabo würden die betroffenen Verbraucher – darunter auch Minderjährige – wenige Tage später aber trotzdem erhalten. Dabei würden sie nicht nur per E-Mail, sondern zum Teil auch per Telefon aggressiv aufgefordert, den Betrag umgehend zu begleichen.


Um weiteren Druck auf Betroffene auszuüben und sie zur Zahlung zu bewegen, verschicken die Betrüger falsche Inkassoschreiben mit Zahlungsaufforderungen, berichten die Marktwächter – zum Teil auch E-Mails mit konkreten Pfändungsterminen.

• Hintergrund: Apple bringt Kreditkarte und eigenen Streamingdienst heraus

• Hintergrund: Netflix produziert zwi neue düstere Serien aus Deutschland

Was Verbraucher bei Abofallen tun sollten

„Natürlich sind betroffene Verbraucher verunsichert, ob sie die Rechnung begleichen müssen“, so Manfred Schwarzenberg, Teamleiter Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Aber alle diese Druckmittel entbehren im konkreten Fall jeglicher rechtlichen Grundlage. “

Die Kriminellen würden für das Impressum der Webseite Namen erfinde oder fremde Identitäten missbrauchen. Hierbei handele es sich um Firmen, die tatsächlich existierten, jedoch nichts mit den betrügerischen Maschen zu tun hätten. Nach Erkenntnissen der Marktwächter-Experten verwenden die Kriminellen bei den vermeintlichen Inkassoschreiben und Pfändungsandrohungen ebenfalls Namen existierender Inkassobüros und Kanzleien.