Discounter

Schweinepest in Polen: Lidl erntet Kritik an Fleisch-Import

Der Discounter „Lidl“ verwendet für seine Eigenmarke „Kuljanka“ zum Teil Fleisch aus Polen.

Der Discounter „Lidl“ verwendet für seine Eigenmarke „Kuljanka“ zum Teil Fleisch aus Polen.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Im Nordosten Polens wütet derzeit die Schweinepest. Landwirte kritisieren Lidl dafür, dennoch Fleisch aus dem Land zu importieren.

Stuttgart.  Ein Wurst-Angebot des Discounters Lidl hat für Ärger bei deutschen Schweinewirten gesorgt. Das Fleisch für Wurstwaren der Lidl-Eigenmarke „Kuljanka“ – darunter Rohwurst – stammt zum Teil aus Polen, wo derzeit im Nordosten die Afrikanische Schweinepest wütet. Sie breitet sich in Osteuropa immer schneller aus.

Lidl teilte mit, die Rohstoffe stammten aus nicht betroffenen Gebieten und unterliefen zudem strenge Qualitätskontrollen. Unterstützung erhielt der Discounter vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Es spreche nichts gegen ganz normale Lebensmittel aus jenen Regionen in Polen, die nicht von der Krankheit betroffen sind.

Erreger für Menschen nicht gefährlich

Verwirrung entstand wohl auch deshalb, weil das Bundeslandwirtschaftsministerium schon länger vor infizierten Wurst- und Fleischwaren warnt, die durch Fernfahrer und Saisonkräfte aus Osteuropa nach Deutschland mitgebracht werden könnten. Hier bestünde die Gefahr, dass Essensreste an Raststätten von Wildschweinen gefressen werden, die das Virus dann weiter verbreiten.

Menschen erkranken generell nicht an dem Erreger. Dennoch ist er gefürchtet, vor allem von Landwirten. Denn schon beim ersten Nachweis in Deutschland würde der Export von Schweinefleisch in Länder außerhalb der EU wie etwa nach China zum Erliegen kommen. (dpa)