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Stiftung Warentest: Fünf Mangelhafte Mundspülungen

One young woman with mouthwash in the bathroom. More files of this model and series on port. Made with professional make-up and studio equipment.

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Foto: iStock/Tempura / iStock

Stiftung Warentest hat 20 Mundspüllösungen geprüft – nicht alle bieten den versprochenen Schutz. Worauf Verbraucher achten sollten.

Berlin.  Mit der Zahnbürste ordentlich schrubben und danach einmal kräftig spülen – so machen es viele, die eine Mundspüllösung benutzen. „Falsch herum“, erklärt der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer Dietmar Oesterreich. „Damit die Fluoride aus der Zahnpasta möglichst lange auf den Zähnen bleiben, sollte man nach dem Putzen nur ausspucken, nicht mit Wasser nachspülen und die Spüllösungen zu einem anderen Zeitpunkt verwenden.“

Auch bei der Auswahl der richtigen Spülung gibt es einiges zu beachten. Die Stiftung Warentest hat jetzt 20 Produkte unter die Lupe genommen. Neun gute Kandidaten sind demnach in Supermärkten und Drogerien erhältlich, fünf versprechen nach Ansicht der Verbraucherschützer zu viel und bekamen die Note mangelhaft – davon eine Mundspülung speziell für Kinder.

Den teuersten fehlen Wirkstoffe

Ausgerechnet den drei teuersten Produkten im Test, Zahn Milch von Biorepair, Karies-Prophylaxe von Larex und Mundspülung Complete Protection von Zendium, fehlten Wirkstoffe, um entweder ausreichend gegen Karies oder Plaque und Zahnfleischentzündung zu schützen. Das gleiche gilt für Friscodent von Aldi Süd sowie der Kinder-Mundspülung Dontodent Junior leckerer Beerengeschmack von dm.

Grundsätzlich gibt es auch Mundwässer und Sprays, die oft eine Kombination aus verschiedenen ätherischen Ölen enthalten und für einen angenehmen Geschmack oder ein besseres Mundgefühl sorgen. „Zur Mundhygiene tragen diese Produkte aber nicht bei und dürfen das auch nicht versprechen“, sagt Oesterreich.

Zwei Funktionen

Medizinisch wirksame Mundspüllösungen können zwei Funktionen erfüllen, erklärt der Zahnmediziner. „Produkte, die Fluoride enthalten, schützen vor Kariesentstehung.“ In der Liste der Inhaltsstoffe finden sich dann Natrium-, Amin- und Zinnfluorid oder eine Kombination dieser Stoffe.

„Der Stoff Chlorhexidin wirkt bakterienreduzierend und kann so auch Parodontitis vorbeugen“, so Oesterreich. Es gebe davon apothekenpflichtige 0,1- bis 0,2-prozentige Lösungen, die unter anderem nach Zahnoperationen zum Einsatz kämen. „Daneben werden auch 0,06-prozentige Lösungen angeboten, die im Gegensatz zu 0,1- bis 0,2-prozentigen Lösungen auch für die tägliche Anwendung geeignet sind“, sagt Oesterreich. Einige Produkte enthielten auch die keimreduzierenden Wirkstoffe wie Triclosan oder Listerine. „Beide sind in ihrer Wirkung aber nicht mit Chlorhexidin vergleichbar.“

Mundspülungen oft keine Lösung für Mundgeruch

Die richtige Wirkstoffkombination, um vor Karies, Zahnbelag und Zahnfleischentzündung zu schützen, enthalten laut Stiftung Warentest unter anderem Today Dent von Penny und Rewe, Zahn- & Zahnfleischschutz von Listerine sowie die Spülung von Parodontax. Diese drei schnitten bei den Produkten für Erwachsene am besten ab. Bei den Spülungen für Kinder liegt Perlodent med Junior von Rossmann mit der Note „gut“ vorn.

Alle vier enthalten laut den Warentestern auch einen Wirkstoff gegen Mundgeruch. Um das Problem zu lösen, sind Mundspüllösungen nach Ansicht von Zahnmediziner Oesterreich aber nicht geeignet. „Die Ursache ist in 90 Prozent der Fälle ein Problem in der Mundhöhle, etwa eine Entzündung des Zahnhalteapparates – eine Parodontitis. Das muss von einem Zahnarzt abgeklärt werden.“ Darüber hinaus seien Mundspüllösungen eine gute Ergänzung, besonders für Verbraucher, die häufiger Probleme wie Karies haben. Ein Ersatz fürs Zähneputzen seien sie aber keinesfalls.