Verbraucherschutz

So dreist schummelt die Industrie bei der Verpackung – Verbraucherzentrale sucht die „Mogelpackung des Jahres 2016“

Auch ein Weihnachtsmann ist für die Auszeichnung „Mogelpackung des Jahres 2016“ nominiert. Milka hat seinen Schoko-Nikolaus der Verbraucherzentrale Hamburg zufolge klammheimlich auf Diät gesetzt.

Auch ein Weihnachtsmann ist für die Auszeichnung „Mogelpackung des Jahres 2016“ nominiert. Milka hat seinen Schoko-Nikolaus der Verbraucherzentrale Hamburg zufolge klammheimlich auf Diät gesetzt.

Foto: imago

Hamburg.  Viel zu viel Packung, viel zu wenig drin? Und vor allem: Klammheimlich wurde der Inhalt verringert, der Preis aber gleich gelassen? Vielleicht hast du dich auch schon mal über solche versteckten Preiserhöhungen geärgert. Weniger Ware für das gleiche Geld – Mogelpackung!

Viele Menschen haben sich im vergangenen Jahr über solche Praktiken der Lebensmittelkonzerne bei der Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg beschwert, die sich deutschlandweit um das Thema Mogelpackungen kümmert. Nun sucht sie gemeinsam mit den Verbrauchern nach der „Mogelpackung des Jahres 2016“.

Abstimmung bis zum 22. Januar möglich

Noch bis zum 22. Januar kannst du auf der Internetseite der VZ Hamburg unter fünf Schummel-Produkten abstimmen und ihr zu der wenig schmeichelhaften Auszeichnung verhelfen. Zur Wahl stehen: das Mineralwasser „Evian“ von Danone Waters, die „Crunchips“ von Lorenz Bahlsen Snack-World, die „Choco Crossies“ von Nestlé, die „Mirácoli Pasta Sauce“ von Mars und der „Milka Weihnachtsmann“ von Mondelez.

„Alle fünf Kandidaten haben klammheimlich die Füllmenge ihrer Produkte reduziert und damit Tausende treuer Kunden hinters Licht geführt“, begründet Armin Valet von der VZ Hamburg die Nominierung der Produkte.

Vermeintliche Preissenkung entpuppt sich als Preiserhöhung

Ein großes Problem sei zudem, dass diese bekannten Produkte beim Einkauf „nicht mehr so genau angeschaut“ würden, „weil sie regelmäßig im Einkaufswagen landen und Verbraucher den renommierten Unternehmen vertrauen“.

Jeden Monat kürt die VZ Hamburg auf ihrer Facebook-Seite zudem die „Mogelpackung des Monats“. Im November war das etwa der „Grüne Rooibostee – Sonne Afrikas“ der Rossmann-Eigenmarke King’s Crown. Die vermeintliche Preissenkung entpuppte sich da als versteckte reale Preiserhöhung. „Trotz unzähliger Beschwerden schalten Hersteller und Händler ihre Ohren bei diesem Problem seit Jahren auf Durchzug“, beklagt sich VZ-Sprecher Valet.

Röntgenbilder decken Trickserei auf

Auch mit anderen Aktionen macht die VZ Hamburg auf die Verpackungs-Schummeleien der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie aufmerksam. So hatte sie etwa Mitte Dezember mit Röntgenbildern die Mogelpackungen verschiedener Hersteller entlarvt.

Mit der aktuellen Aktion setzt die VZ Hamburg eine erfolgreiche Reihe fort. Bereits zum dritten Mal wird die „Mogelpackung des Jahres“ gekürt. Der Sieger des unrühmlichen Preises wird am 23. Januar bekanntgegeben.