Versicherungsschutz

Das sind die wichtigsten Versicherungen für junge Familien

Wer Kinder hat, benötigt mitunter andere Versicherungen. Aber nicht jede angebotene Absicherung ist wirklich sinnvoll.

Wer Kinder hat, benötigt mitunter andere Versicherungen. Aber nicht jede angebotene Absicherung ist wirklich sinnvoll.

Foto: Ingo Wagner / dpa

Um sich sinnvoll abzusichern, reichen schon wenige Versicherungen. Welche Policen wichtig sind und auf welche man verzichtet kann.

Berlin.  Wer eine Familie gründet, der denkt über das Thema Risikovorsorge noch einmal ganz neu nach. Mit Kindern ändert sich bekanntlich alles, und das gilt auch für den Bedarf an Versicherungen. Wie also sichern sich Familien sinnvoll und ausreichend ab? Am Beispiel einer vierköpfigen Familie spielen wir durch, welche Policen zum Grundschutz gehören, welche sinnvolle Ergänzungen sein können – und was in der Regel verzichtbar ist.

Policen, die Pflicht sein sollten

Haftpflicht

Weil Unfälle schnell teuer werden können, sollte die Deckungssumme nicht unter 10 Millionen Euro liegen. Bei der Familienhaftpflicht sind alle im Haushalt lebenden Kinder mitversichert. Ideal, wenn zum selben Preis auch Schäden durch „nicht deliktfähige“ Kinder (also unter sieben Jahren) mitversichert sind.

Kosten: ca. 75 Euro/Jahr


Risiko-Leben

Gibt es einen Hauptverdiener in der Familie, sollte man dessen Einkommen durch eine Police, die im Todesfall zahlt, absichern. Bei der
Risiko-Lebensversicherung wird schon für geringe monatliche Prämien ein relativ hoher Betrag ausgezahlt. Im „Erlebensfall“ am Ende der Laufzeit gibt es dafür – anders als bei der Kapitallebensversicherung – kein Geld. Eine Auszahlungssumme von 100.000 Euro ist Minimum.

Kosten: ca. 200 Euro/Jahr


Berufsunfähigkeit

Je früher man abschließt, umso besser. Wer als 30-Jähriger mit mittlerer Risikoeinstufung einsteigt und 1500 Euro monatliche Rente garantiert haben möchte, kommt mit weniger als 50 Euro monatlichem Beitrag aus. Wer es sich leisten kann, sollte die Garantierente bei etwa 75 % seines Nettogehalts ansetzen. Wichtig: Der „Verzicht auf abstrakte Verweisung“ sollte im Vertrag stehen – das erleichtert die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit.

Kosten: 600 Euro/Jahr

Policen, die sinnvoll sind

Hausrat

Die Tarife unterscheiden sich stark danach, wie risikoreich die Versicherer den Wohnort einschätzen. Üblich ist es, 650 Euro pro Quadratmeter als Wert des Hausrats anzusetzen. Bei 100 m2 Wohnfläche kommt man so auf eine Versicherungssumme von 65.000 Euro.


Reisekrankenversicherung

Für den Urlaub ganz wichtig: Arzt- und Krankenhauskosten für die ganze Familie zu versichern. Denn auch in den Ländern, in denen die Versichertenkarte anerkannt wird, muss man teils hohe Eigenbeteiligungen zahlen oder in Vorkasse gehen.

Kosten: ca. 20 Euro/Jahr


Private Krankenzusatzversicherungen

Zahnersatz zu versichern, ergibt vor allem für die Eltern Sinn. Für die Kinder weniger: Bis zum 18. Lebensjahr übernehmen die Kassen noch einen Großteil der Behandlungskosten. Früh einzusteigen, lohnt nur bedingt, denn bei den meisten Tarifen steigt der Beitrag mit zunehmendem Alter an. Das Krankentagegeld gleicht die Differenz zwischen Nettolohn und Krankengeld aus, das gesetzlich Versicherte ab dem 43. Krankheitstag erhalten. Als zusätzliche Absicherung für den Hauptverdiener interessant.

Kosten pro Jahr: ca. 350 Euro (Zahnersatz), ca. 180 Euro (Krankentagegeld)


Kinderinvalidität

Eine der teuersten Versicherungen, die sich aber auszahlt. Für einen Jahresbeitrag von ca. 400 Euro pro Kind erkauft man sich die Gewissheit, dass das Kind durch eine lebenslange Rente von 1000 Euro monatlich finanziell abgesichert ist.

Policen, die meist verzichtbar sind

Ausbildung

Jeden Monat einzahlen, zu einem späteren Zeitpunkt eine garantierte Summe kassieren: Die Ausbildungsversicherung ist nichts anderes als eine Lebensversicherung, die Eltern für ihre Kinder abschließen. Üblich ist eine Laufzeit bis zum 18. Geburtstag. Bei fixem Vertragsende zahlt der Versicherer die Beiträge weiter, wenn der Versicherungsnehmer stirbt. Diese Art des Todesfallschutzes ist aber meist besser durch eine Risikolebens-Police abgedeckt.

Kosten: ca. 300 Euro/Jahr

Kinderunfall

Laut dem Statistischen Bundesamt besteht nur eine extrem geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Versicherungsfall jemals eintritt. Unter den 165 000 schwerbehinderten Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind es nur 0,3 %, bei denen ein Unfall die Ursache für die Behinderung war.

Kosten: ca. 150 Euro/Jahr


Reiserücktritt

Eine Reiserücktrittsversicherung ist oft bereits bei der Kreditkarte eingeschlossen. Sie lohnt am ehesten bei teuren Pauschalreisen oder Fernreisen.

Kosten: 90 Euro/Jahr


Krankenhaus-Zusatzversicherung

Für gesetzlich Versicherte ist eine Krankenhaus-Zusatzversicherung Geschmackssache, abhängig davon, wie wichtig einem die Behandlung durch den Chefarzt und die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer sind. Wer auf diese Vorzüge verzichtet, bekommt als Ausgleich ein Tagegeld ausbezahlt.

Kosten: ca. 300 Euro/Jahr