Berlin. Zu einer Demonstration gegen den Ukraine-Krieg war aufgerufen, aber auch der Gaza-Krieg war ein Thema. Die frühere Linken-Politikerin Wagenknecht übt scharfe Kritik an der israelischen und deutschen Regierung.

Plakate mit Friedenstauben und Slogans gegen deutsche Waffenlieferungen: Tausende Menschen sind am Samstag in Berlin einem Demonstrationsaufruf für Frieden in der Ukraine gefolgt. Auch eine dauerhafte Waffenruhe im Gazastreifen wurde am Brandenburger Tor gefordert. Die bekannteste Rednerin war die frühere Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, die scharfe Kritik an der Ampel-Koalition übte und der israelischen Regierung rücksichtslose Kriegsführung vorwarf.

Zu der Demonstration kamen bei Kälte und Nieselregen laut Polizeiangaben in der Spitze rund 10.000 Menschen, so viele wie angemeldet. Die Veranstalter sprachen von mehr als 20.000. Der Protest verlief insgesamt störungsfrei, wie eine Sprecherin der Polizei sagte.

Wagenknecht als bekannteste Rednerin

Wagenknecht, die gerade eine eigene Partei gründet, sagte: „Gerade wir Deutschen haben eine besondere Verantwortung für jüdisches Leben. Und wir haben die Verantwortung, das Existenzrecht Israels ohne Wenn und Aber zu verteidigen.“ Aber diese Verantwortung „verpflichtet uns nicht, die rücksichtslose Kriegsführung der Regierung Netanjahu als Selbstverteidigung schönzureden und zu unterstützen“.

Es sei absurd, zu glauben, dass Bomben den islamistischen Terror schwächten - sie stärkten ihn. Zuvor hatte die 54-Jährige betont: „Wir alle waren am 7. Oktober entsetzt und schockiert über die furchtbaren Massaker der islamistischen Hamas, über die Morde an unschuldigen Zivilisten, an Frauen und an Kindern.“ Kein Unrecht rechtfertige solche Verbrechen.

Wagenknecht kritisierte auch die Aussage des Verteidigungsministers Boris Pistorius (SPD), Deutschland müsse angesichts der Bedrohungslage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine „kriegstüchtig“ werden.

Der Aufruf zur Demonstration mit dem Motto „Nein zu Kriegen - Rüstungswahnsinn stoppen - Zukunft friedlich und gerecht gestalten“ wurde von Linke-Politikern, Gewerkschaftern und einigen Künstlern unterstützt. Schon im Februar hatte Wagenknecht zusammen mit der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer zum Ukraine-Krieg am Brandenburger Tor gesprochen.