Hamburg. Heiko Maas hat Hasskommentaren im Internet den Kampf angesagt. Der Bundesjustizminister baut dabei auch auf mehr Zivilcourage im Netz.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ruft dazu auf, Drohungen und strafbare Inhalte bei Facebook nicht hinzunehmen. Zum einen sollten Betroffene die Polizei informieren, zum anderen auch den Eintrag bei Facebook melden, sagte Maas am Dienstag im „Morgenmagazin“ des ZDF. Wenn der Konzern wie angekündigt nun die Inhalte mit Mitarbeitern in Deutschland stärker kontrolliert, werde das dazu führen, dass „mehr von diesem Verbalmüll auch schneller vom Netz verschwindet“.

Maas sagte, Unternehmen wie Facebook, Twitter und Youtube gingen nun stärker in die Verantwortung, um gegen Hasskommentare vorzugehen. Auch die als „counterspeech“ bezeichnete Gegenrede sei aus seiner Sicht eine Möglichkeit, gegen diffamierende Inhalte vorzugehen. Das könne ansonsten stille Beobachter dazu animieren, „mal endlich die Klappe“ aufzumachen. „Denn es sind nicht die Mitarbeiter von Facebook, die dieses Zeug auf die Seiten schreiben, sondern es sind unsere Nachbarn“, betonte Maas.

„Erst kommen Worte, dann Taten“

Facebook plant zum einen, schneller auf gemeldete Hasskommentare zu reagieren. Zum anderen soll eine Initiative für Zivilcourage gegründet werden, um gegen Extremismus im Netz vorzugehen. Als eine Möglichkeit wird die organisierte „counterspeech“ angesehen.

Justizminister Maas verwies auf die möglichen Folgen unkontrollierter Inhalte in sozialen Netzwerken. „Erst kommen die Worte, dann kommen die Taten“, sagte der SPD-Politiker und verwies auf sieben Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland seit Jahresbeginn. (epd)