Taschendiebe

Polizei startet Großrazzia gegen „Antänzer“-Szene

Die Polizei in Düsseldorf ist mit einer Großrazzia gegen mutmaßliche Diebe vorgegangen.

Die Polizei in Düsseldorf ist mit einer Großrazzia gegen mutmaßliche Diebe vorgegangen.

Foto: imago stock&people / imago/Eibner

Die Polizei in Düsseldorf hat am Sonnabend eine Razzia rund um den Hauptbahnhof gestartet. Im Fokus standen mutmaßliche Taschendiebe.

Düsseldorf.  Mit einer Großrazzia ist die Polizei am Samstagabend in der Gegend des Düsseldorfer Hauptbahnhofs gegen Kriminelle vorgegangen. Um 17.30 Uhr startete der Einsatz, für den 300 Beamte zusammengezogen wurden.

Im Fokus stehen dabei mehrere Gastronomiebetriebe, in denen sich auffallend viele Personen aus der „Antanz-Trick“-Szene aufhalten: „Aufklärungsergebnisse, die unter anderem aus dem Auswerte- und Analyseprojekt ‘Casablanca’ stammen, haben ergeben, dass sich hier zu bestimmten Zeiten Personen treffen und aufhalten, die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle sowie Straßenraub- aber auch Drogendelikte zu begehen“, teilte die Polizei am Samstagabend mit.

Razzia habe „eine Menge an Erkenntnissen gebracht“

Bereits im Januar vergangenen Jahres nahm die Düsseldorfer Polizei bei einer Großrazzia in Bahnhofsnähe mit 200 Beamten 15 Nordafrikaner fest, die sich illegal in Deutschland aufhielten. „Im Viertel hat sich ein soziales, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum gebildet, das Personen als Rückzugsraum dient, die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle, aber auch Straßenraubdelikte und Einbrüche zu begehen“, erklärte damals Einsatzleiter Roland Wolff damals. Und: „Wir müssen dahin, wo sich die Täter sicher fühlen, ihre Taten verabreden und die gemachte Beute absetzen.“ Die Razzia habe „eine Menge an Erkenntnissen gebracht.“

Die Düsseldorfer Polizei hob deshalb das Projekt „Casablanca“ ins Leben, um herauszufinden, was sich in der Szene abspielt. Jüngst zog die Polizei dazu eine Bilanz nach eineinhalbjähriger Tätigkeit ihrer Sonderkommission. Der Erkenntnisstand bis dato: Allein in Düsseldorf tummeln sich Klau-Banden mit 2244 Verdächtigen aus Nordafrika, die Mehrheit von ihnen (1256 Verdächtige) aus Marokko. Abschieben sei praktisch unmöglich, berichtet ein Polizist, der nicht genannt werden möchte. „Die Szene wächst und wächst. Für die Kollegen ist das sehr frustrierend.“

An der jüngsten Razzia sind Beamte der Düsseldorfer Polizei und der Bundespolizei beteiligt, zudem ist der Einsatz mit mehreren Ämtern der Stadt koordiniert. Ergebnisse sollen am Sonntag bekannt gegeben werden. (dae/fp)