Flughafen

Flüchtlinge ziehen in Berlin in Tempelhof-Hangar

Soldaten bauen Zelte in dem Hangar auf

Soldaten bauen Zelte in dem Hangar auf

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Schneller als geplant wurde ein Hangar auf dem Ex-Flughafen Tempelhof in Berlin hergerichtet. Zunächst für 500 Asylbewerber.

Berlin.  Seit Monaten im Gespräch, jetzt ganz schnell realisiert: Am Sonnabend ist ein Hangar auf dem ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof zu einer Notunterkunft für Flüchtlinge umgebaut worden. Etwa 500 Menschen sollen zunächst dort schlafen können, sagte die Sprecherin der Sozialverwaltung, Regina Kneiding. Zuerst war von rund 1000 Plätzen die Rede. Der Grund für die schnelle Umrüstung ist der anhaltend hohe Flüchtlingszustrom auch nach Berlin.

Allein an diesem Wochenende sollen bis zu 1000 Flüchtlinge von der Balkanroute via Bayern nach Berlin kommen, sagte die Sprecherin. Alle 90 Unterkünfte in Berlin seien aber voll belegt. Noch am Abend sollten die ersten Asylbewerber im Hangar 1 des ehemaligen Flughafens unterkommen.

Nur in dieser Woche wurden in den drei Regierungsstellen in der Bundesallee, der Kruppstraße und in der Turmstraße insgesamt 2 416 Flüchtlinge neu registriert, teilte die Sprecherin mit. Das bedeute, dass pro Tag durchschnittlich jetzt 500 Flüchtlingen pro Tag registriert würden.

Bundeswehr baut Zelte auf

In der Nacht zum Sonnabend erreichten 150 Menschen in Bussen die Hauptstadt, am Vormittag reisten 113 mit einem Sonderzug an. 224 weitere fuhren nach Brandenburg weiter. Darüber hinaus reisten täglich viele Flüchtlinge und Asylbewerber selbstständig nach Berlin. So seien in der Nacht zu Samstag 130 Menschen unangekündigt in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Motardstraße angekommen, teilte Kneiding mit. Sie mussten in andere Unterkünfte verteilt werden.

In der Flughafenhalle bauten Mitarbeiter von Bundeswehr und Feuerwehr die rund 73 Zelte wieder auf, die bisher auf dem Gelände der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau aufgestellt waren. In dieser Woche waren die letzten Flüchtlinge dort aus- und in andere Unterkünfte umgezogen. Die Zelte sollten für mehr Privatsphäre sorgen. Die Soldaten bauten die Doppelstockbetten zusammen. Je sechs finden Platz in einem Zelt. Auch Stühle wurden aufgestellt.

Die neue Notunterkunft wird laut Senatsverwaltung von der Tamaja GmbH betrieben. Die Mitarbeiter sorgten für warme Verpflegung und eine erste medizinische Versorgung der Flüchtlinge.