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EU-Minister vertagen Entscheidung über Flüchtlingsverteilung

Ungarn schließt Grenzübergang zu Serbien, Zugverkehr wieder unterbrochen. EU-Innenminister berieten über Flüchtlingskrise. Der News-Blog.

Nach der Einführung von Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze haben am Montag vor allem die Autofahrer viel Geduld aufbringen müssen. Auf der A3 staute sich der Verkehr am Mittag bis Pocking bei Passau auf 14 Kilometern. Bis zum Mittag konnte die Bundespolizei 30 Schleuser festnehmen. Zudem seien mehr als 100 Flüchtlinge aufgegriffen worden.

Des Weiteren trafen sich am heutigen Montag die EU-Innenminister in Brüssel, um über das Vorgehen in der Flüchtlingskrise zu beraten. Konkret ging es um die Verteilung von 160.000 Flüchtlingen aus Griechenland, Italien und Ungarn auf andere EU-Länder. Abendblatt.de hält Sie im News-Ticker zur Flüchtlingskrise auf dem Laufenden:

Minister vertagen Entscheidung

23:09 Uhr: Europa hat eine endgültige Entscheidung über die umstrittene Verteilung von 160.000 Flüchtlingen auf die EU-Staaten vertagt. Beim nächsten Treffen am 8. Oktober wollen die EU-Innenminister erneut darüber beraten. Bisher blockieren immer noch einige Staaten wie etwa Ungarn eine einvernehmliche Lösung. Bei einem siebenstündigen Krisentreffen konnten sich die Minister nur grundsätzlich auf die Zahl einigen, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nach dem Treffen. Ein verbindlicher Verteilschlüssel, wie die EU-Kommission ihn vorgeschlagen hatte, fehlt aber bisher.

EU-Minister debattieren weiter über Flüchtlingsverteilung

21:37 Uhr: Doch noch keine Einigung: Die Krisenberatungen der EU-Innenminister zur Flüchtlingskrise dauern länger als geplant. Wie Diplomaten am Montagabend in Brüssel berichteten, wurde die Sitzung zeitweilig unterbrochen, um Raum für Gespräche in kleinen Runden zu geben. Es ging um die Verteilung von 120 000 Flüchtlingen - das hatte die EU-Kommission in der vergangenen Woche vorgeschlagen. Nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gab es bei dem Treffen nur eine grundsätzliche Verständigung, insgesamt 160 000 Flüchtlinge zu verteilen. Über die Umsiedlung von 40 000 Flüchtlingen herrscht bereits endgültiges Einvernehmen unter den Ministern.

EU einig bei Verteilung von 160.000 Flüchtlingen

20:20 Uhr: Die EU-Staaten stehen nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere vor einer grundsätzlichen Einigung zur Verteilung von 160.000 Flüchtlingen. Der formelle Beschluss solle Anfang Oktober falle, sagte der CDU-Politiker kurz vor Abschluss des EU-Innenministertreffens am Montag in Brüssel. Keine Einigung sei bisher in der Frage eines festen Verteilungsschlüssels erzielt worden. Die 160.000 Flüchtlinge sollen demnach aus den noch einzurichtenden Aufnahmezentren (Hot-Spots) verteilt werden. Zur Errichtung der Hot-Spots liege nun ein konkreter Zeitplan vor, sagte de Maiziere. Griechenland habe um Hilfe beim Aufbau dieser Anlaufstellen gebeten. Die EU-Innenminister wollten zudem eine Liste sicherer Herkunftsländer vereinbaren, zu denen alle Staaten des Westbalkan, nicht aber die Türkei gehörten. Daneben werde es in der Abschlusserklärung des Treffens deutliche Formulierungen zur Rückführung von Migranten geben, die kein Recht auf Asyl hätten, kündigte der Minister an.

Ungarn sperrt Luftraum an Grenze zu Serbien

19.34 Uhr: Ungarn hat den Luftraum entlang der serbischen Grenze in einem 20 Kilometer breiten Korridor bis zu einer Höhe von 1350 Meter gesperrt. Der internationale Flugreiseverkehr sei nicht betroffen, teilt die Nationale Verkehrsbehörde mit. Die Maßnahme solle es Polizei, Militär und Sanitätern ermöglichen, den Luftraum zu nutzen, um ihren Aufgaben im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise nachzukommen.

EU-Innenminister verständigen sich auf Flüchtlingsverteilung

19:39 Uhr: Die europäischen Innenminister haben sich bei ihrem Krisentreffen nur grundsätzlich auf die Verteilung von 160.000 Flüchtlingen verständigt. Das sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Montag in Brüssel. Eine endgültige Entscheidung sei für den 8. Oktober geplant.

EU-Innenministertreffen kurz vor Abschluss

19.22 Uhr: Die EU-Innenminister haben ihre Beratungen in Brüssel laut Diplomaten für etwa eine Viertelstunde unterbrochen, um einen neuen Entwurf für die Abschlusserklärung des Treffens zu prüfen. Anschließend könnte der Text womöglich bald verabschiedet werden, sagt ein EU-Diplomat.

Ungarische Regierung ruft wohl Krisenzustand aus

18.46 Uhr: Die ungarische Regierung wird nach den Worten von Ministerpräsident Viktor Orban am Dienstag wegen des Andrangs von Flüchtlingen wahrscheinlich den Krisenzustand über das Land verhängen. Er rechne zudem damit, dass mit dem Inkrafttreten der verschärften Gesetze sehr viele Asylanträge abgelehnt würden, sagt Orban in einem TV-Interview.

Udo Lindenberg will vor Flüchtlingen auftreten

18:29 Uhr: Rockstar Udo Lindenberg lädt 200 Flüchtlinge in Bremen zu einem Mini-Konzert ein. Für sie wollen der Panik-Rocker und seine Band auch ihren Willkommens-Song „Wir werden jetzt Freunde“ spielen. Der 69-Jährige wird am Donnerstagabend in Bremen für eine Aufzeichnung zur Jubiläumssendung des „Beat Clubs“ vor der Kamera stehen. Die legendäre Musikshow von Radio Bremen feiert an diesem Freitag ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem großen Konzert. Auftreten werden unter anderem Peter Maffay, Wolfgang Niedecken und Annett Louisan. Lindenberg habe an dem Tag einen anderen Termin, sagte ein Sprecher von Radio Bremen am Montag. Das Konzert soll am 26. September als Auftakt einer langen „Beat Club“-Nacht ausgestrahlt werden. Die Musiksendung holte von 1965 bis 1972 unter anderem Stars wie Tina Turner, Jimi Hendrix oder Johnny Cash nach Bremen.

Ungarn erlaubt Flüchtlingen an Serbien-Grenze Einreise

18.06 Uhr: Die ungarische Polizei lässt Flüchtlinge in kleinen Gruppen am Grenzübergang Horgos 2 aus Serbien ins Land, berichtet ein Reuters-Reporter. Kurz zuvor hatte Ungarn den Haupt-Grenzübergang für Flüchtlinge aus Serbien bei Röszke abgeriegelt.

Ungarische Polizei setzt über 7400 Flüchtlinge fest

17.31 Uhr: Die ungarische Polizei setzt nach eigenen Angaben bis Montag 16 Uhr über 7400 Flüchtlinge bei dem Versuch fest, von Serbien aus ins Land zu kommen. Das sei bislang mit Abstand die größte Zahl an Flüchtlingen an einem Tag, teilt die Polizei weiter mit.

Ungarn schließt Grenzübergang zu Serbien

17.02 Uhr: Die ungarische Polizei schließt den Haupt-Grenzübergang für Flüchtlinge, die von Serbien aus ins Land strömen. Dutzende Polizisten unterstützt von der Armee blockieren Reuters-Reportern zufolge eine Eisenbahnlinie, die dort in die Europäische Union führt. Ein Hubschrauber kreist über den Einsatzkräften.

De Maiziere fordert von EU Zeitpläne und Türkei-Hilfe

16.01 Uhr : Bundesinnenminister Thomas de Maiziere fordert unmittelbar vor dem Treffen mit seinen EU-Kollegen genaue Zeitpläne zur Bewältigung der Flüchtlingskrise. Dazu gehörten auch neue Finanzhilfen für die Türkei, damit sich von dort nicht noch mehr Flüchtlinge Richtung Europa aufmachten. Bei dem Ministertreffen könnten Vereinbarungen zur Errichtung von Hot-Spots, der Verteilung von Flüchtlingen und eine Liste für sichere Herkunftsländer getroffen werden. Eine Einigung sei aber nicht sicher, schränkt der CDU-Politiker ein.

Ungarn schickt Flüchtlinge direkt nach Österreich

15.40 Uhr: Ungarn schickt nach Angaben des UN-Hilfswerks UNHCR Tausende Flüchtlinge von der serbischen Grenze weiter in Richtung Österreich. Die Menschen werden nicht mehr registriert, sagt ein UNHCR-Sprecher. Vom Lager Röszke würden Flüchtlinge in einen Zug mit mindestens 15 Waggons in Richtung Österreich verladen, beobachten Reuters-Reporter. Ungarns Regierungssprecher sagt, die Flüchtlinge würden an anderen Orten registriert, um die Behörden im Süden zu entlasten.

250 Flüchtlinge reisen von Hamburg nach Schweden weiter

15.39 Uhr: 250 Flüchtlinge, die die Nacht zum Montag am Hamburger Hauptbahnhof gestrandet waren, sind im Laufe des Tages weiter Richtung Schweden gereist. Die Menschen, die vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak stammten, waren mit Zügen aus München gekommen. Sie hatten die Nacht in der Wandelhalle verbracht, darunter viele Familien mit Kleinkindern und Babys. Ehrenamtliche Helfer versorgten die Gestrandeten, verteilten Brötchen und Laugenbrezeln. Bahnmitarbeiter sorgten ab dem Morgen dafür, dass die Flüchtlinge auf Züge nach Flensburg verteilt worden. Je nach freiem Sitzplatzangebot konnten Gruppen mit rund 50 Personen weiterfahren. Am Nachmittag war unklar, ob am Abend weitere Flüchtlinge aus Süddeutschland in Hamburg ankommen. (schmoo)

Lange Staus in Österreich wegen deutscher Grenzkontrollen

15:20 Uhr: Auf Autobahnen in Österreich ist es wegen der Kontrollen an der deutschen Grenze zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen. In Suben nahe Passau staute sich der Verkehr am Montag auf bis zu 20 Kilometern, wie der österreichische Autobahnbetreiber Asfinag mitteilte. Auch im Raum Salzburg kam es zu kilometerlangen Staus. Berlin hatte am Vortag wegen des anhaltenden Flüchtlingsandrangs Kontrollen an der Grenze zur Alpenrepublik veranlasst. Auch der Zugverkehr zwischen Salzburg und Deutschland war am Montag zeitweise beeinträchtigt.

Polizeigewerkschaft : Grenzkontrollen nur kleiner Baustein

15.18 Uhr: Die Deutsche Polizeigewerkschaft warnt vor zu hohen Erwartungen an die Grenzkontrollen in Deutschland. "Das ist nicht die Lösung der Flüchtlingskrise, sondern ein kleiner Baustein", sagt ihr Chef Rainer Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sie hätten "eher eine Signalfunktion in die EU hinein, um die Mitgliedsländer zu solidarischem Verhalten zu bewegen".

Auch Niederlande greifen zu Grenzkontrollen

15.00 Uhr: Nach Deutschland und weiteren Staaten wollen auch die Niederlande angesichts der Flüchtlingszuwanderung an einzelnen Stellen wieder Grenzkontrollen einführen. Dies meldet die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Autobahn zwischen Österreich und Ungarn erneut gesperrt

15.00 Uhr: Die österreichischen Behörden sperren die Autobahn zwischen Österreich und Ungarn im Grenzbereich bei Nickelsdorf in beiden Richtungen erneut. Dort befänden sich immer wieder Personen auf der Fahrbahn, sodass mit weiteren Sperren zu rechnen sei, erklärt die Autobahnbetreibergesellschaft Asfinag.

App zeigt Spendenbedarf an

14.47 Uhr: Die Hilfsbereitschaft angesichts der Flüchtlingskrise ist groß. Allerdings ist es nicht leicht, Sachspenden sinnvoll zu verteilen. Hier kommt die kartenbasierte App Helphelp2 ins Spiel: Sie zeigt an, wo in der Nähe was benötigt wird. Hilfsorganisationen können sich auf der Projektseite registrieren und dann tagesaktuell einstellen, welche Spenden gebraucht werden und wo diese zu welchen Uhrzeiten abgegeben werden können. Und wer helfen möchte, lädt die Android-App einfach herunter. Die Nutzung der Anwendung von Entwickler Lev Stipakov ist für beide Seiten kostenlos. Eine iOS-Version ist in Arbeit.

Zugverkehr München/Salzburg wieder unterbrochen

14.35 Uhr: Der Zugverkehr zwischen Salzburg und München ist seit dem frühen Nachmittag nach Angaben der österreichischen Bahn (ÖBB) wieder unterbrochen. Grund dafür sei ein Rückstau durch die deutschen Grenzkontrollen.

Slowakei bleibt bei "Nein" zu Quotensystem für Flüchtlinge

14.26 Uhr: Die Slowakei untermauert ihre Ablehnung eines verbindlichen Quotensystems zur Verteilung von Flüchtlingen. Vielmehr solle eher den betroffenen Ländern geholfen werden, zu denen neben Italien und Griechenland nun auch Ungarn, Österreich und Deutschland zählten, sagt der slowakische Innenminister Robert Kalinak vor dem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Die vergangene Woche habe gezeigt, dass das Quotensystem nicht funktionieren könne, weil die Flüchtlinge nicht einmal in einem Land wie Österreich bleiben, sondern nach Deutschland weiterreisen wollten.

Asselborn warnt vor Scheitern des EU-Ministertreffens

14.06 Uhr: Unmittelbar vor Beginn des Sondertreffens der EU-Innenminister zur Flüchtlingskrise warnt der luxemburgische Außen- und Immigrationsminister Jean Asselborn vor einem Scheitern. Der Zug gehe zwar in die richtige Richtung, sagt Asselborn, dessen Land die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Wenn aber keine Entscheidung getroffen werde, dann werde Chaos folgen und weitere EU-Staaten Grenzkontrollen wieder einführen. "Dann können wir Schengen vergessen."

Grüne: Politik der nationalen Egoismen

14.05 Uhr: Die Grünen werfen der Bundesregierung vor, mit den Grenzkontrollen eine Politik der nationalen Egoismen und neue humanitäre Notlagen an den Grenzen losgetreten zu haben. "Die verhängnisvolle Entscheidung löst jetzt eine Abschottungskaskade in gesamt Europa aus", sagt Parteichefin Simone Peter.

Bewaffnete Soldaten an ungarisch-serbischer Grenze

13.59 Uhr: An der serbischen Grenze bei Röszke sollen nach Berichten mehrerer ungarischer Medien bewaffnete ungarische Soldaten mit Militärfahrzeugen erschienen sein. Für eine Unterstützung des Grenzschutzes durch Soldaten gibt es derzeit noch kein grünes Licht vom Parlament in Budapest.

Grenzkontrollen bis zu zwei Monate möglich

13.32 Uhr: Deutschland und andere Staaten des Schengen-Raums dürfen Grenzkontrollen maximal bis zu zwei Monate aufrecht erhalten. Zunächst könnten die Kontrollen im Falle unvorhersehbarer Ereignisse zehn Tage lang gelten, sagt eine Sprecherin der EU-Kommission. Dieser Zeitraum könne um je zwei Wochen verlängert werden. Die Kommission macht deutlich, dass nur die in den Schengen-Regeln geltenden Gründe für die befristete Einführung von Grenzkontrollen herangezogen werden dürfen.

Auch Slowakei führt wieder Grenzkontrollen ein

12.59 Uhr: Die Slowakei ist zu Kontrollen an ihren Grenzen nach Ungarn und nach Österreich zurückgekehrt. Das Innenministerium in Bratislava begründete diesen Schritt mit der „Bekanntgabe Deutschlands, vorübergehend wieder Grenzkontrollen an den Grenzen zu Österreich einzuführen“. Außerdem seien 220 zusätzliche Polizisten an die Grenzen geschickt worden.

Orbán: „Wir wollen kein Chaos“

12.34 Uhr: Ungarns rechtsnationaler Ministerpräsident Viktor Orbán hat seine Grenzpolizei zu entschlossenem Handeln aufgerufen. „Wir wollen kein Chaos“, sagte Orbán. „Wir wollen nicht, dass eine Völkerbewegung von weltweitem Ausmaß Ungarn verändert.“ Orbán forderte die Polizisten auf, in menschlicher, aber kompromissloser Weise die ungarischen Gesetze anzuwenden.

Flüchtlinge sollen in Sonderzügen befördert werden

12.17 Uhr: Flüchtlinge sollen in Zukunft nicht mehr mit regulären Zügen aus Österreich nach Deutschland einreisen, sondern nach Möglichkeit in Sonderzügen. Das sagten Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU). „Das gibt uns die Möglichkeit, die Züge zu steuern, und auch deren Ankunftsort“, erklärte Dobrindt. Und nur so habe die Bundespolizei die Chance, für ein geordnetes Verfahren zu sorgen. Wie häufig solche Züge fahren könnten und mit wie vielen Flüchtlingen an Bord, müsse besprochen werden. Herrmann sagte: „Es werden sicherlich noch einige sein, die in den nächsten Tagen und Wochen kommen.“

Gabriel: Bis zu eine Million Flüchtlinge

11.49 Uhr: Vizekanzler Sigmar Gabriel rechnet mit bis zu einer Million Flüchtlinge in Deutschland. „Vieles deutet daraufhin, dass wir in diesem Jahr nicht 800 000 Flüchtende aufnehmen, wie es das Bundesinnenministerium prognostiziert hat, sondern eine Million“, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief des SPD-Chefs an die Parteimitglieder.

Österreich setzt Armee zur Unterstützung bei Flüchtlingsandrang ein

11.40 Uhr: Österreich will zur Bewältigung des Flüchtlingsandrangs aus Ungarn das Militär einsetzen. 2200 Mann sollten vor allem humanitäre Hilfe im Inneren leisten, sagte Bundeskanzler Werner Faymann. Die Soldaten sollten jedoch auch an der Grenze eingesetzt werden und die Polizei bei Kontrollen unterstützen. Das Asylrecht müsse jedoch weiter gewährleistet sein, sagte Faymann. Die Polizei hatte bereits vor gut zwei Wochen nach dem Fund von 71 toten Flüchtlingen in einem Lastwagen im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet verstärkte Kontrollen vor allem gegen mutmaßliche Schlepper eingeführt.

Bundeswehr bringt Flüchtlinge in Hamburger Kasernen unter

11.31 Uhr: Erstmals stellt die Bundewehr in Hamburg Unterkünfte für Flüchtlinge in Kasernen bereit, die noch genutzt werden. In ein Gebäude der Reichspräsident-Ebert-Kaserne in Iserbrook sind am Wochenende 75 Flüchtling eingezogen, teilte das Landeskommando Hamburg mit. Bisher warten dort Schüler der Bundeswehrfachschule untergebracht. Der Teil des Gebäudes sei durch einen Zaun abgetrennt und verfüge über einen eigenen Eingang, hieß es. Alle Zimmer seien mit Betten ausgestattet worden.

Weitere Asylbewerber sollen in einer Sporthalle der Reiherdamm-Kaserne in Steinwerder sowie einer Turnhalle der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne in Osdorf unterkommen. In der vergangenen Woche waren täglich zwischen 350 bis 600 Flüchtlinge in Hamburg angekommen.

Unterdessen werden die Zelte, in denen zurzeit um die 2000 Flüchtlinge in Hamburg wohnen, winterfest gemacht. Die Bundeswehrzelte seien bereits so ausgestattet, für die übrigen seien Heizgeräte bestellt worden, sagte der Sprecher. Bis Ende September muss auch eine Messehalle wieder geräumt werden, in der vorübergehend etwa 1000 Asylbewerber wohnen.

Ministerpräsidenten: Grenzkontrollen klares Signal an EU

11.15 Uhr: Die eingeführten Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich sind nach Einschätzung der Ministerpräsidenten von Hessen und des Saarlands ein klares Signal an die EU, endlich eine gemeinsame Flüchtlingspolitik zu vereinbaren. "Zum einen muss den anderen europäischen Staaten klar gemacht werden, dass es so nicht weitergehen kann", sagte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier mit Hinweis auf das Treffen der EU-Innenminister am Nachmittag. Zum anderen bräuchten die Bundesländer eine Verschnaufpause bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

"Es ist ein notwendiges Signal an die europäische Union. Wir brauchen dringend ein abgestimmtes Vorgehen und das muss auch durchgesetzt werden", sagte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Dem schloss sich auch die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner an. "Wir haben gemerkt, dass Deutschland zu einer Art Sackbahnhof geworden ist", sagte sie.

Österreich führt Grenzkontrollen ein

11.02 Uhr: Österreich kontrolliert nun - ebenso wie Deutschland - verstärkt seine Grenzen. Die Polizei habe den Auftrag zu Kontrollen erhalten, sagt Bundeskanzler Werner Faymann. Es handele es sich dabei aber nicht um eine Aussetzung des Schengen-Abkommens.

Weitere Einschränkungen im Zugverkehr möglich

10.48 Uhr: Nach der Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Deutschland und Österreich schließt die Bundesregierung weitere Einschränkungen in den kommenden Tagen und Wochen nicht aus. „Man kann heute noch nicht sagen, dass es die letzte Maßnahme war, die man ergreifen musste“, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Das habe er auch seinem österreichischen Amtskollegen mitgeteilt.

Autobahn zwischen Österreich und Ungarn wieder offen

10.34 Uhr: Die Autobahn zwischen Österreich und Ungarn ist nach Angaben des österreichischen Betreibers Asfinag wieder offen.

UN-Appell: Europa muss Flüchtlingshilfe verbessern

10.10 Uhr: Mit einem dringenden Appell hat der UN-Hochkommissar für Menschenrechte die Europäische Union aufgerufen, dem Beispiel von Staaten wie Deutschland und Schweden zu folgen und mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Rasche und entschlossene Aktionen zur Schaffung eines effektiven Asylsystems seien erforderlich, erklärte Said Raad al-Hussein am Montag in Genf bei der Eröffnung der 30. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates. Ausdrücklich begrüßte Al-Hussein den Vorschlag von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, weitere 120 000 Flüchtlinge auf die Mitgliedstaaten zu verteilen.

Autobahn zwischen Österreich und Ungarn gesperrt

9.40 Uhr: Die Autobahn A4 an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn wurde am Montagmorgen wegen des erwarteten Flüchtlingsansturms gesperrt. Wie lang die polizeilich angeordnete Sperre aufrecht bleibe, sei noch nicht absehbar, teilt der Autobahnbetreiber Asfinag mit.

19.000 Flüchtlinge kamen am Wochenende in München an

9.14 Uhr: Über das gesamte Wochenende sind rund 19.100 Flüchtlinge in München angekommen. Am Sonntag hätten 7100 Flüchtlinge die bayerische Landeshauptstadt erreicht, teilte eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern mit. Wie sich die am Sonntag wiedereingeführten Grenzkontrollen auf die Zahlen auswirken werden, sei noch unklar.

Albig: Aufnahme von 400.000 Flüchtlingen dauerhaft möglich

8.56 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig hält die Aufnahme von 400.000 Flüchtlingen jährlich auch über einen langen Zeitraum für möglich. Allerdings bräuchten Länder und Gemeinden nun eine Pause, sagt der SPD-Politiker im DeutschlandradioKultur.

Rund 30 Schleuser bei Kontrollen festgenommen

8.34 Uhr: Seit Wiedereinführung der Grenzkontrollen sind nach Polizeiangaben rund 30 Schleuser und etwa 90 Migranten festgenommen worden.

850 Flüchtlinge in Frankfurt eingetroffen

8.19 Uhr: Rund 850 Flüchtlinge sind in der Nacht mit einem Sonderzug aus München am Frankfurter Hauptbahnhof eingetroffen. Der Großteil der Menschen sei in Notunterkünften wie Sporthallen untergebracht worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Rund 150 Flüchtlinge hätten die Nacht am Gleis 24 am Hauptbahnhof verbringen müssen. Für sie richtete die Feuerwehr Versorgungspunkte ein.

Grenzkontrollen für mehrere Wochen?

8.06 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann rechnet damit, dass die wieder eingeführten Grenzkontrollen mindestens einige Wochen dauern. Es müsse stärker kontrolliert werden, weil "viele unterwegs sind, die keine wirklichen Flüchtlinge sind", sagt der CSU-Politiker dem Bayerischen Rundfunk.

Grüne: Bundesregierung agiert kopflos

7.53 Uhr: Die Bundesregierung habe die Flüchtlingssituation unterschätzt und agiere kopflos, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter im ZDF.

Zugverkehr wieder aufgenommen

7.25 Uhr: Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr zwischen Deutschland und Österreich am Montag um 7 Uhr wieder aufgenommen. Ausgenommen ist zunächst die Strecke zwischen Salzburg und München. Dort befänden sich Menschen auf den Bahngleisen, weshalb hier noch nicht gefahren werden könne, sagte ein Bahn-Sprecher.

Staus wegen Grenzkontrollen auf Autobahnen

6.58 Uhr: Nach der Einführung von Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze ist es in der Nacht zu Staus an den Grenzübergängen gekommen. Rund drei Kilometer staute sich der Verkehr am frühen Morgen auf der Autobahn 8 am Grenzübergang bei Bad Reichenhall, wie das Verkehrslagezentrum in Rosenheim berichtete. Auf der Autobahn 3 bei Passau standen Autofahrer dem Bayerischen Rundfunk zufolge sogar auf sechs Kilometer.