Hollande und die Kanzlerin reden über Europa

Paris/Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident François Hollande treffen sich am Sonntag in Straßburg. Eingeladen zu der Begegnung hat nach Angaben beider Seiten vom Montag der deutsche EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD), der ebenfalls an dem Abendessen teilnehmen wird. Hollande sagte im Radiosender France Inter, er werde mit Merkel „über die Zukunft Europas“ und die deutsch-französischen Beziehungen sprechen.

Nach Angaben des deutschen Regierungssprechers Steffen Seibert sollen in Straßburg „in einer informellen, entspannten Atmosphäre“ die Themen besprochen werden, die den drei Politikern wichtig seien. „Mit Sicherheit“ werde dazu die europäische Agenda gehören, aber auch die Frage „wie man die deutsch-französische Freundschaft weiterentwickeln kann“. Merkel will den Angaben zufolge noch nach dem Essen am Sonntagabend nach Berlin zurückkehren. Straßburg ist zusammen mit Brüssel Sitz des EU-Parlaments.

Hollande erinnerte daran, dass Merkel von Frankreich erwarte, „wettbewerbsfähig“ zu werden. Umgekehrt erwarte Paris von Deutschland, das Wachstum stärker anzukurbeln. Frankreich kritisiert seit Längerem, dass Deutschland zu wenig für Investitionen in Europa sorge und einseitig auf Sparpolitik und Haushaltsdisziplin fixiert sei. Der Staatschef verwies zudem darauf, dass es eine demografische Schere zwischen Deutschland und Frankreich gebe: Während die Bevölkerung in Frankreich wachse, gehe diese in Deutschland zurück. Dies wirkt sich auch am Arbeitsmarkt aus.

Der sozialistische Präsident hob hervor, dass er mit der CDU-Kanzlerin seit zweieinhalb Jahren eine Beziehung in „Aufrichtigkeit“ und „Offenheit“ habe. „Wir sagen uns die Dinge“, unterstrich Hollande. Beide hätten zwar nicht dieselben „Empfindlichkeiten“, aber sie hätten dieselben Herausforderungen und Interessen: dafür zu arbeiten, „dass Europa stärker sein kann, solidarischer in seinen Entscheidungen und aktiver bei seiner Wachstumspolitik“.