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Experte: In Hamburg entscheidet sich das Schicksal der FDP

Die Liberalen zittern vor der Bürgerschaftswahl – und der AfD. In einer neuen Umfrage sieht es für die FDP desaströs aus.

Hamburg. Ist das ein Vorbote für das Ende der FDP, wie wir sie kennen? Forsa-Chef Manfred Güllner prophezeit den Liberalen bei der Bürgerschaftswahl 2015 in Hamburg einen Vorentscheid über den Tod der Partei. Nach der neuen Umfrage für den „Stern“ und RTL kommt die FDP bundesweit nur noch auf zwei Prozent.

Güllner sagte: „Dass sie in Sachsen, Thüringen und Brandenburg nicht in die Landtage gewählt wurde, wird sie verschmerzen können. Wenn sie aber im kommenden Februar aus der Hamburger Bürgerschaft fliegen würde, weil sie ihr nach wie vor vorhandenes Potenzial in dieser traditionell liberalen Hochburg nicht in Stimmen umsetzen kann, wäre das ein Fanal – und ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu ihrem Ende.“

Die FDP, die nun ohne die öffentliche Bühne des Bundestages auskommen müsse, schaffe es derzeit einfach nicht, sich als Advokat des politisch heimatlosen Mittelstands zu positionieren.

Ob das auch mit dem neuen, engagierten, aber glücklosen Parteichef Christian Lindner zu tun hat? In Hamburg muss FDP-Spitzenfrau Katja Suding zudem mit innerparteilichen Querelen kämpfen. Erst zuletzt hatte sich eine neue Splitterpartei gebildet, die sich aus ausgetretenen FDP-Mitgliedern rekrutiert und sich Neue Liberale nennt.

Bundesweit haben die Grünen im „Stern“-RTL-Wahltrend einen Prozentpunkt auf 10 Prozent hinzugewonnen, während die SPD im Vergleich zur Vorwoche einen verliert und nun wieder bei 23 Prozent landet. Liegt der winzige Zuwachs bei den Grünen am Erfolg des Oberbürgermeister Boris Palmer aus Tübingen? Palmer positioniert sich explizit gegen den Berliner Grünen-Betrieb, der nach dem enttäuschenden Bundestagsergebnis sich von Altvorderen wie Jürgen Trittin getrennt hat. Allerdings machte Trittin zuletzt mit Querschüssen in die eigenen Reihen wieder auf sich aufmerksam.

Die anderen Parteien bleiben unverändert: 41 Prozent für die Unionsparteien CDU/CSU, 9 Prozent für die Linke, 8 Prozent für die AfD und 2 Prozent für die FDP. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen 7 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 28 Prozent.