SPD gewinnt in Schleswig-Holstein acht Prozentpunkte

Kiel. FDP und CDU sind die klaren Verlierer der Europawahl in Schleswig-Holstein, die SPD und die AfD die großen Gewinner. Die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und SSW darf sich in ihrer Arbeit bestätigt fühlen. Das geht aus einer Hochrechnung von Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler hervor. Sollte die Prognose in der Nähe des Endergebnisses liegen, das erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe veröffentlicht werden durfte, haben die Wähler insbesondere den Liberalen eine deutliche Abfuhr erteilt. 12,7 Prozent hatte es für die FDP bei der Europawahl 2009 gegeben, am Sonntag waren es nur noch 3,4 Prozent. „Das ist ein Mistergebnis“, sagte Heiner Garg, der stellvertretende Landesvorsitzende.

In sehr viel bessere Stimmung war die SPD am Wahlabend. Acht Prozentpunkte gewannen die Sozialdemokraten dazu, laut Hochrechnung landen sie bei 32,6 Prozent. Das ist besser als das SPD-Bundesergebnis. Der Landesvorsitzende Ralf Stegner sagte: „Wir haben in Schleswig-Holstein das getan, was wir vor der Wahl versprochen haben.“

Die CDU kam auf 34,4 Prozent und hat damit erneut verloren. Schon bei der Europawahl 2009 war es für die Christdemokraten in den Keller gegangen. Nach dem Verlust von damals 9,2 Prozentpunkten kommen weitere 3,5 Punkte hinzu. Der Landesvorsitzende Reimer Böge, der dennoch erneut ins Europaparlament einziehen wird, mochte von einer Niederlage allerdings nicht reden. „Wir sind einigermaßen stabil und liegen immer noch vor der SPD“, sagte er.

Die eurokritische AfD erreichte laut Hochrechnung aus dem Stand 6,7 Prozent. Ob Ulrike Trebesius, die AfD-Kandidatin aus dem Kreis Pinneberg, ins Europaparlament einzieht, war bei Redaktionsschluss jedoch noch offen.

Die Grünen landeten bei 12,1 Prozent, das ist ein Minus von 1,4 Prozentpunkten. Die Landesvorsitzende Ruth Kastner zeigte sich dennoch zufrieden: „Im Vergleich zur Bundestagswahl konnten wir zulegen.“ Die Wahlbeteiligung lag bei 39 Prozent – der beste Wert seit der Europawahl 1994.