In Niedersachsen legt die CDU leicht zu, die SPD deutlich

Hannover. In 215 Landkreisen, Städten und Gemeinden in Niedersachsen wurden am Sonntag Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister gewählt. Die erhoffte und tatsächlich eingetretene Folge: Die Wahlbeteiligung bei der zeitgleichen Europawahl stieg in Niedersachsen überdurchschnittlich und liegt nach einer NDR-Hochrechnung wieder im Bundesdurchschnitt von etwa 47,5 Prozent.

Demnach kam die CDU bei der Europawahl leicht verbessert auf rund 40 Prozent, die SPD verbesserte sich deutlich um 5,8 Prozentpunkte auf 33 Prozent, die Grünen verloren knapp zwei Punkte auf 10,7 Prozent, die FDP blieb mit 2,2 Punkten sogar noch unter den drei Prozent im Bundesdurchschnitt. Die Linke blieb mit 3,7 Prozent ebenfalls deutlich unter dem Bundesergebnis. Und auch die AfD konnte danach ausgerechnet in dem Bundesland, in dem ihr Vorsitzender Bernd Lucke wohnt, mit 5,1 Prozent nur ein unterdurchschnittliches Ergebnis erzielen. Für den niedersächsischen CDU-Generalsekretär Ulf Thiele ist der CDU-Erfolg auch das Verdienst ihres Spitzenkandidaten und früheren Ministerpräsidenten David McAllister: „Das ist für ihn ein tolles politisches Comeback.“

Durchwachsen waren die Ergebnisse bei der zeitgleichen Wahl der Hauptverwaltungsbeamten. Viele Amtsinhaber wie in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg, Rotenburg, aber auch der kreisfreien Stadt Salzgitter konnten sich unabhängig von der Parteizugehörigkeit mit satten Ergebnissen behaupten. Mindestens eine kleine Überraschung ist, dass der CDU-Herausforderer Axel Brockmann in der SPD-Hochburg Region Hannover den SPD-Amtsinhaber Hauke Jagau in eine Stichwahl zwingen konnte.

Auch in anderen Landkreisen und Großstädten wie Göttingen und Braunschweig kommt es zur Stichwahl – allerdings mit den deutlich besseren Aussichten für die SPD-Kandidaten. Über den Tag hinaus hat die CDU ein Problem: Ihr ist erneut wie schon bei der Bundestagswahl im Herbst 2013 ihr klassischer Koalitionspartner FDP abhandengekommen.