Prominente Seitenwechsler – Beck, Koch, Schröder und Kohl

Kurt Beck (SPD) wechselte 2013 nur wenige Monate nach seinem mit gesundheitlichen Problemen begründeten Rücktritt als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident als Berater zum Pharmakonzern Boehringer Ingelheim.

Roland Koch (CDU) zog sich 2010 freiwillig als Ministerpräsident von Hessen zurück. 2011 wechselte er zum Baukonzern Bilfinger Berger, inzwischen ist er Vorstandschef. Kritik gab es, weil Bilfinger Berger in der Regierungszeit Kochs einen 80-Millionen-Euro-Auftrag am Flughafen Frankfurt erhalten hatte.

Gerhard Schröder (SPD) zog es nach dem Verlust der Kanzlerschaft 2005 ohne längere Pause in die freie Wirtschaft. Er nahm den Posten als Aufsichtsratschef eines deutsch-russischen Konsortiums für den Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee an. Damit handelte sich Schröder parteiübergreifend Kritik ein, weil er als Bundeskanzler das Geschäft mit dem damaligen Präsidenten Putin politisch in die Wege geleitet hatte.

Joschka Fischer (Grüne) erfüllte die Forderungen nach einer Karenzzeit für Politiker, stieg dann aber so umfassend wie wenige andere in den Lobbyismus ein. Der Ex-Außenminister gründete eine Beraterfirma, die mit der Albright Group der früheren US-Außenministerin verbunden ist. Fischer sicherte sich Verträge mit Siemens, BMW oder Rewe und beriet den Energiekonzern RWE.

Helmut Kohl (CDU) nutzte schon kurz nach Ende seiner Kanzlerschaft seine Kontakte zur Wirtschaft. Er schloss mit Medienmogul Leo Kirch 1999 einen zunächst geheimen Beratervertrag, der ihm jährlich 600.000 Mark (307.000 Euro) brachte. Zwielichtig erschien dies, weil Kohl Kirch als Kanzler beim Aufbau des Privatfernsehens geholfen hatte. Kohl arbeitete zudem schon von 1999 an für die Credit Suisse.