Fastenbrechen

Gauck sendet eine klare Botschaft zum Ramadan-Ende

Der Bundespräsident würdigt das muslimische Fest als Ausdruck von Religionsfreiheit und kultureller Vielfalt in Deutschland. Die Sorge um den Frieden in der arabischen Welt teilt Gauck.

Berlin. Zum zweiten Mal in seiner Amtszeit hat Bundespräsident Joachim Gauck den Muslimen in Deutschland zum Ende des Fastenmonats Ramadan eine Grußbotschaft gesendet. Eine Zeit der Entbehrung, der Besinnung und des In-Sich-Hineinhörens liege hinter den Fastenden, schrieb das deutsche Staatsoberhaupt am Mittwoch in Berlin.

Nun könne jeder umsetzen, was er in der Zeit an Erkenntnis gewonnen habe. Der Fastenmonat, in dem gläubige Muslime tagsüber weder essen noch trinken oder Genussmittel konsumieren, endet an diesem Donnerstag.

Das muslimische Fest des Fastenbrechens zum Ende des Ramadan würdigte Gauck als Ausdruck von Religionsfreiheit und kultureller Vielfalt in Deutschland. Das Fest werde längst nicht mehr nur von Muslimen begangen.

„Je mehr Gelegenheiten es gibt, gemeinsam zu feiern, zu teilen, sich auszutauschen, desto vertrauter werden wir miteinander“, schrieb Gauck. Muslime in aller Welt beenden mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) den Fastenmonat Ramadan.

Gauck begrüßte es, dass das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Glaubens in Deutschland immer selbstverständlicher werde. „Angesichts von Unfrieden und Gewalt, von Flucht und Vertreibung in anderen Teilen der Welt, sind wir dankbar für das gelingende Miteinander in unserem Land.“

„Hoffnung auf Ausgleich in Frieden“

Gauck fügte hinzu, an einigen Festtischen werde sich in die Freude auch Sorge mischen um die Entwicklungen in Ländern, denen sich Muslime verbunden fühlten. „Wir teilen ihre Hoffnung auf Ausgleich in Frieden und Freiheit“, versicherte der 73-Jährige.

Gauck, selbst evangelischer Pastor, ist nicht der erste Bundespräsident, der sich tiefer gehend mit dem Islam in Deutschland beschäftigt. Amtsvorgänger Christian Wulff tat sich vor allem mit der Aussage hervor, dass der „Islam ein Teil von Deutschland“ sei.