Studie kritisiert Folgen des Wohlstandes für Kinder

Gütersloh. Der heutige Wohlstand in vielen Ländern bringt nach einer Studie erhebliche Nachteile für künftige Generationen. Durch steigende Staatsverschuldung und höhere Zinsen wachse die Gefahr, dass die Nachkommen belastet werden, heißt es in der Untersuchung der Bertelsmann Stiftung. Sie vergleicht die Generationengerechtigkeit in 29 Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Danach nimmt Deutschland einen Mittelplatz ein. Auf jedes Kind unter 15 Jahren kämen rund 192.000 Euro Staatsschulden. Für Griechenland beträgt der Wert 215.000 Euro, für Italien 222.000 Euro. Estland kommt dagegen nur auf 4600 Euro.

Laut Studie verbraucht Deutschland auch mehr ökologische Ressourcen, als die planetarischen Kapazitäten hergeben. Zum Maßstab nehmen die Autoren der Studie den „ökologischen Fußabdruck“, der einen durchschnittlichen Verbrauch von höchstens 1,8 Hektar pro Person zulässt. Mit seinem Konsum- und Produktionsverhalten verbrauche Deutschland gegenwärtig 4,6 Hektar pro Kopf. Länder wie Polen, Israel und Ungarn erzielten Werte von „nur“ 3,6 und 4,0 Hektar pro Person, während die USA auf 7,2 Hektar und Dänemark sogar auf 8,3 Hektar kämen.

Als weiteren Indikator für Generationengerechtigkeit ziehen die Autoren der Studie das Ausmaß der Kinderarmut heran. Die nordeuropäischen Staaten wiesen die geringste Kinderarmut (zwischen 3,7 und sieben Prozent) auf. Deutschland steht mit einer Rate von 8,3 Prozent relativ gut da.

( (KNA) )

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