US-Wahl

Kanzlerin Merkel lädt Obama nach Deutschland ein

Zu Beginn seiner ersten Amtszeit hatten Merkel und Obama Schwierigkeiten. Nach seiner Wiederwahl zählte sie zu einer der ersten Gratulantinnen.

Berlin. Der Wahlsieg von US-Präsident Barack Obama weckt in Deutschland große Erwartungen an rasche Erfolge in der internationalen Krisenpolitik. Regierung und Opposition verbanden ihre Glückwünsche an den im Amt bestätigten Wahlsieger mit konkreten Forderungen nach Abrüstung und einer Befriedung der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten. Zudem erhofft sich die Bundesregierung eine Stärkung der transatlantischen Beziehungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte Obama zu dessen überraschend klarem Wahlsieg. Die Kanzlerin benannte als wichtige Themen für die Zusammenarbeit die Bewältigung der Finanzkrise, das Engagement in Afghanistan und das Vorgehen gegen Irans Nuklearprogramm. In einem Glückwunschschreiben lud Merkel den Präsidenten ein. "Es wäre mir eine Freude, Sie bald wieder als meinen Gast in Deutschland begrüßen zu können", schrieb sie. Obama hat in seiner ersten Amtszeit mehrmals Deutschland besucht, aber nicht Berlin.

Bundespräsident Joachim Gauck hob hervor, Deutschland und die USA seien auf der Grundlage gemeinsamer Werte, der Freiheit, der Menschenrechte und der Demokratie, fest miteinander verbunden. Außenminister Guido Westerwelle rechnet nach der Wahl "mit neuen Impulsen in der Abrüstung". Man sei in den vergangenen zwei Jahren schon gut vorangekommen, sagte der FDP-Politiker in New York. "Aber es muss jetzt noch mal ein energischer weiterer Schritt gemacht werden." Sein Appell gehe an die USA und Russland, "aufeinander zuzugehen und mit neuen Abrüstungsimpulsen die Sicherheit in der Welt zu verstärken". Westerwelle forderte zudem mehr Freihandel zwischen den USA und Europa. "Der Protektionismus muss zurückgedrängt werden." Auch die oppositionelle SPD setzt mit der Wahl des Präsidenten auf einen engen Schulterschluss zwischen den USA und Europa.