Neuer Generalbundesanwalt

Range: "Weiß nicht, ob Kampf gegen Terror zu gewinnen ist"

Generalbundesanwalt Range glaubt, dass die Verfolgung terroristischer Straftaten eine wichtige Rolle in seinem neuen Amt spielen wird.

Hamburg. Der neue Generalbundesanwalt Harald Range geht davon aus, dass die Bedrohung durch den Terror noch länger andauern wird. Dem Hamburger Abendblatt sagte Range: „Ich weiß nicht, ob der Kampf gegen den Terror zu gewinnen ist. Die Kriminalitätsformen ändern sich ständig. Dennoch denke ich, dass wir noch einige Zeit mit dieser Bedrohung zu tun haben werden.“ Es sei für ihn noch zu früh, Bedrohungsschwerpunkte benennen zu können. Range betonte, er wolle sein Amt seriös angehen und sich zunächst informieren. Er ergänzte jedoch: „Ich denke natürlich, dass die Verfolgung terroristischer Straftaten eine wichtige Rolle spielen wird.“

Die neue Aufgabe bringe eine sehr hohe Verantwortung mit sich, sagte Range. „Ich denke da nur an die Kölner Kofferbomber. Solche Anschläge können den Lebensrhythmus einer ganzen Nation beeinflussen. Wenn wir plötzlich überall Sicherheitsvorkehrungen wie an Flughäfen bräuchten, wäre das für unser tägliches Leben sehr einschneidend.“ Daher sei die Aufgabe in Karlsruhe so wichtig. „Wir müssen wachsam sein“, mahnte Range.

Range wies auch die Kritik zurück, er habe aufgrund seines Alters wenig Gestaltungsmöglichkeiten bis zu seinem Ruhestand. Dem Abendblatt sagte Range: „Mit viereinhalb Jahren wäre ich fast so lange im Amt wie meine Vorgängerin, da kann man schon etwas bewegen.“ Er habe sich keineswegs auf seinen Ruhestand vorbereitet. „Der ist noch in so weiter Ferne. Sofern es meine Gesundheit zulässt, möchte ich bis zum 68. Lebensjahr arbeiten. Das war ohnehin vorgesehen.“

Seine Berufsethos wurzelt nach eigenen Angaben im Liberalismus: „Meine politische Grundeinstellung ist: So viel Staat wie nötig und so viel Freiheit wie möglich. Daraus leite ich mein Weltbild und mein berufliches Ethos her.“ Das Spannende an der Arbeit des Staatsanwalts sei es, die Balance zwischen der Freiheit und dem Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft zu finden. Es gebe jedoch einen Punkt, an dem er sensibel reagiere, sagte Range dem Abendblatt: „Das ist Gewalt, die nicht vom Staat ausgeht. Der Staat ist gefragt, keine rechtsfreien Räume entstehen zu lassen – egal ob es die Gewalt in der Familie oder diejenige von Hooligans oder Rockern betrifft. Wenn manmich deshalb als Hardliner ansieht, mag das so sein.“