Rentenansprüche in Deutschland sinken weiter

Saarbrücken. Die Renten in Deutschland werden nach einer Prognose des Bundesarbeitsministeriums in den kommenden Jahren weiter nach unten gehen. Die Rentenanwartschaften seien durch wechselhafte Erwerbsverläufe sowie rentenrechtliche Einschnitte in den letzten Jahren zum Teil deutlich gesunken, berichtet die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Stellungnahme des Ministeriums. Demnach hatte sich im Jahr 2004 ein 60-Jähriger in den alten Bundesländern eine Rente von durchschnittlich 717 Euro im Monat erarbeitet, fünf Jahre später waren es nur noch 710 Euro.

In den neuen Bundesländern fällt der Unterschied deutlich größer aus: Dort kam ein 60-Jähriger im Jahr 2004 auf eine durchschnittliche Rentenanwartschaft von 922 Euro, fünf Jahre später nur noch auf 855 Euro. Lediglich Frauen in den westlichen Bundesländern können mehr Rente erwarten. Ihr Anspruch stieg zwischen 2004 und 2009 um 59 Euro, von 467 auf 526 Euro. Die sei auf mehr versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und eine bessere Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten zurückzuführen.

Die vom Arbeitsministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag verwendeten Zahlen basieren auf einer Hochrechnung der deutschen Rentenversicherung Bund, die dazu 582 000 Versicherungsfälle heranzog. Bereits im Mai hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung einen "Sinkflug" für Neurentner seit dem Jahr 2000 festgestellt. Aktuell bezögen Neurentner 820 Euro Rente im Westen und 800 Euro im Osten, hieß es.

Ursache seien unterbrochene Erwerbsbiografien, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und Abschläge bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Berufsleben und geringere Beiträge für Hartz-IV-Empfänger.

( (epd) )

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