Gewalt gegen Polizisten rückt Stuttgart-21-Gegner ins Zwielicht

Stuttgart. Niedergerissene Bauzäune, belagerte Gebäude, beschädigte Baufahrzeuge und mindestens neun verletzte Polizisten: Eine Woche nach Ende des Baustopps für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 sind die Proteste erstmals eskaliert. Die Detonation eines selbst gebastelten Sprengkörpers habe die friedliche Stimmung zum Kippen gebracht, sagte Stuttgarts Polizeipräsident Thomas Züfle gestern. "Die latent aggressive Grundeinstellung ist in Gewalt umgeschlagen." Damit habe angesichts der zurückliegenden gewaltfreien "Montagsdemonstrationen" niemand gerechnet, die Einsatzkräfte seien nach Auflösung der morgendlichen Sitzblockaden sogar reduziert worden. Nun stehe die Strategie auf dem Prüfstand. Die Behörden setzen zwar auf Deeskalation, schließen aber im Notfall den Einsatz von Hiebwaffen, Reizgas und Wasserwerfern nicht aus.

Die "Parkschützer" als Gegner des Projekts wiesen die Darstellung der Polizei zurück. "Die Polizei fantasiert, dramatisiert und kriminalisiert, um einen Keil in den Widerstand zu treiben", sagte "Parkschützer"-Sprecher Matthias von Herrmann.